Stadt möchte Kita-Spielplätze aufmöbeln und öffnen für alle

haben immer auch Gärten am Haus. Die wiederum sind ausgestattet mit Sandkästen, Schaukeln, Klettergerüsten etc. Alles in Mini-Ausführung – zur Sicherheit der Knirpse.

Diese könnten sich demnächst für große und kleine Bürger öffnen im ein oder anderen Kindergarten in der Stadt. Diese Idee jedenfalls trug Beigeordneter Reiner Brüggemann in der jüngsten Sitzung des Jugendhilfeausschusses vor – zur Verwunderung mancher Vertreter der Kindergartenträger.

Unter dem Stichwort „komplexere Nutzung von Spielplätzen in Kitas” ist der Verwaltungsvorschlag zurückzuführen auf die katastrophale Finanzsituation der Stadt und damit verbundene Sparbemühungen. Hinter dem Gedanken zur Öffnung von Kita-Spielplätzen am Nachmittag steht die Schließung kommunaler Spielplätze. „Von den insgesamt 61 Spiel- und Bolzplätzen hält die Verwaltung acht für verzichtbar”, erklärt Brüggemann. Werden die dicht gemacht, würden im Gegenzug zentrale Spielplätze zu großen Anlagen weiterentwickelt. Das könnten kommunale Spielplätze sein, Kita-Spielplätze oder Schulhöfe, so Brüggemann. Da ist nicht nur an eine Ausdehnung der Flächen gedacht, sondern auch an eine Erweiterung vorhandener Spielgeräte.

Große Anlagen für die Stadtteile

Vor allem in Wohngebieten der Stadtteile ließe sich die Idee realisieren, glaubt Brüggemann. Die allerdings noch ziemlich unausgegoren sei, wie er einräumt. Gespräche mit den Trägern der Einrichtungen habe es noch nicht gegeben. Versicherungstechnische Fragen seien zu klären, Schließdienste, Kosten und vieles mehr.

Die ev. Kirchengemeinde reagierte gestern verhalten auf den Vorschlag der Stadt. Die Kooperation mit der Jugendarbeit der Stadt wäre zwar für ihn kein fremder Gedanke, erklärte gestern auf Anfrage Pfarrer Herbert Ritter aus Heeren. Aber gerade die Spielplätze der Kindergärten seien ausgerichtet allein auf die Bedürfnisse kleiner Kinder. „Ältere würden da nur randalieren”, so der Pfarrer. „Die möchten doch nicht in die Sandkiste.” Überdies, so Ritter, habe man in Heeren den großen Spielplatz an der Bergstraße, der „multifunktional” sei, sprich ein Ort für Kinder und Jugendliche. Fazit des Pfarrers: „Das ist ein hehres Ansinnen der Stadt, aber ob es Realität wird…?”

Auch Pfarrer Jochen Voigt in Methler reagierte skeptisch. Wegen der U3-Betreuung, sagt er, habe man Spielgelände an Kitas schon unterteilt für die verschiedenen Altersgruppen. Ohnehin sei, wolle man den Spielplatz für die Allgemeinheit öffnen, in Sachen Sauberkeit und Sicherheit der Geräte der Träger in der Pflicht. „Sollen wir jeden Morgen erst eine Begehung machen, bevor wir dann die Kindergarten-Kinder aufs Gelände lassen”, fragt der Pfarrer.