Schöner Parken in Kamen! Mit diesem Slogan könnte die Stadt ohne Übertreibung für ihr neues Park & Ride-Parkhaus am Bahnhof werben.

Gestern wurde es von Bürgermeister Hermann Hupe eröffnet und zur Benutzung freigegeben, auch wenn drei Parkdecks wegen Restarbeiten noch nicht zur Verfügung stehen.

Schöner Parken – erstens, weil das Abstellen des Fahrzeuges hier 24 Stunden am Tag kostenlos möglich ist. Zweitens, weil die Autos quasi unter dem schützenden Blick der Polizei von der Wache gegenüber auf die Rückkehr ihrer Besitzer warten. Drittens, weil die 423 Stellplätze mit Abmessungen von 2,50 m Breite und 5 m Länge durchaus großzügig dimensioniert sind. Eine blau-grau abgesetzte Fläche in jeder Parkbucht (Breite 1,90m) soll das korrekte Abstellen des Fahrzeuges erleichtern, um so beim Öffnen der Türen größtmöglichen Spielraum zu haben. Und viertens, weil das Parkhaus als Baukörper trotz seiner beachtlichen Dimensionen (55m lang, 32m breit und 14m hoch) über seinen Zweck hinaus auch filigrane, ästhetisch Merkmale besitzt.

Die Baukosten für das Parkhaus betrugen rund 3,3 Millionen Euro. Davon stammen 2,1 Millionen aus Fördermitteln.

Für den ausführenden Architekten Dirk Hädicke vom B.A.S. Kopperschmidt + Moczala ist es „das erste Parkhaus, das wir realisieren“.

Das Parkhaus hat eine Einfahrt und eine Ausfahrt. Die Einfahrt liegt in der Straße Am Bahnhof, die Ausfahrt an der Westicker Straße.

Im Parkhaus gibt es zwölf Parkebenen. Auf der Ebene „0“ sind sieben Frauenparkplätze ausgewiesen.

Auffällig ist hier besonders die große Glasfront des Haupttreppenhauses auf der dem Bahnhof zugewandten Seite. Speziell in den oberen Etagen des Parkhauses bietet sich den Benutzern so ein spektakulärer Blick auf den Bahnhof. Was allerdings im schlechtesten Fall auch zu der Erkenntnis führen kann: „Sch…, da fährt gerade mein Zug ab….“ Kleiner Nachteil vielleicht: Die Glasfront liegt genau auf der Südseite, so dass sich das Treppenhaus an Sommertagen tüchtig aufheizt, was man gestern bereits spüren konnte.

„Lüftungsschlitze, die noch installiert werden, sollten hier Abhilfe schaffen“, erklärte Architekt Dirk Hädicke gestern. Seiner Meinung nach überwiegen aber die funktionalen Vorteile der riesigen Glasfassade. Denn in Verbindung mit den Glastüren, die zu jeder Parkebene führen, ist das Gebäude tagsüber Licht durchflutet. Vom Angstraum Parkhaus kann da wirklich nicht die Rede sein, weil alle Winkel einsehbar sind.

Barrierefrei ist das Gebäude nicht und war von vorn herein auch nicht so konzipiert. Deshalb gibt es keine Aufzüge, keine selbstöffnenden Türen, keine Fußgängerrampen oder ähnliches. „Sämtliche Behindertenparkplätze, und zwar in mehr als gesetzlich vorgeschriebener Zahl, werden außerhalb des Parkhauses neben dem Bahnhof ausgeweisen“, erklärte Uwe Liedtle von der Verwaltung dazu. Bürgermeister Hupe hofft, dass mit dem Parkhaus auch der Parkdruck von den umliegenden Straßen genommen werde, so dass die Anwohner weniger Grund zum Klagen hätten. Hupe wies darauf hin, dass das neue Gebäude 200 Stellplätze mehr biete als das abgerissene alte. „Wir übernehmen in Kamen damit auch eine Brückenfunktion für Bahnreisende aus Nachbarstädten.“