Klares nein zu Müllumladung auf Deponie : „Die Deponie abwickeln und begrünen!“

Kamen. Stadtverwaltung und Politik sind sich einig: Sie lehnen die von der GWA geplante Müllumladung auf dem Gelände der Inertstoffdeponie in Heeren-Werve klar und mit scharfen Worten ab.
Die Stadtverwaltung führt für ihre Ablehnung formale Gründe an. Sie zweifelt die von der GWA errechnete Zahl zusätzlicher Lkw-Fahrten ebenso an, wie Aussagen, das Vorhaben lohne sich für den Abfallgebührenzahler und für die Stadt als Gewerbesteuerempfänger. Beigeordneter Reiner Brüggemann erläuterte das städtische Nein gestern vor dem Planungs- und Umweltausschuss des Rates. Er geht von mehr als den vier Lkw-Fahrten täglich aus. Und finanzielle Erwägungen seien auf Jahre eher belanglos.

Einigkeit quer durch alle Fraktionen

Brüggemann zeigt sich außerdem ähnlich wie die Bürger in Heeren-Werve irritiert über die Vorgehensweise der Kreisgesellschaft. Zu deren weitere Plänen gebe es bis heute offene Fragen. Es sei von Hackschnitzeln und Metallverwertung die Rede. Brüggemann: „Ob das alles ist, weiß derzeit niemand.“

Noch deutlicher wurden gestern die Sprecher der Ratsfraktionen. Für die SPD kritisierte Marion Dyduch Vertrauensverluste in der Bevölkerung gegenüber der GWA. Das Projekt sei dadurch auch „eine moralische Angelegenheit“. Außerdem fordert sie transparente Kommunikationsstrukturen.

Seitens der CDU kritisierte Ina Scharrenbach „aufs Schärfste“ das Agieren der Kreisgesellschaft. Gerade eine letztlich kommunale Gesellschaft könne mit ihren Partnern so nicht umgehen. „Viele Nebel, wenig klare Sicht“ habe die GWA produziert.

Den Grünen-Fraktionssprecher Klaus-Bernhard Kühnapfel ärgerte, das bis heute gerade mal Häppchen auf den Tisch gelegt worden seien. Er protestiert: „Ängste und Sorgen der Bürger werden nicht wahrgenommen.“ Er forderte, die Deponie müsse abgewickelt und begrünt werden. Allein der Widerspruch neuer Nutzungen zur Festsetzung des Flächennutzungsplanes sei so nicht hinzunehmen.

Linke und FDP argumentierten ähnlich. Eine scharf formulierte Absage wünscht sich Heike Schaumann für die Liberalen. Gerrit Naujoks kritisierte für die Linke, dass bestehende Verträge mit der Müllverbrennungsanlage in Hamm die GWA verpflichteten, gleichbleibende Müllmengen dort anzuliefern. Dieter Kloß warf seitens der BG der GWA gar „glatten Wortbruch“ vor.

Die Stadt wird diese Ablehnung nun an die Bezirksregierung übermitteln, die über den GWA-Antrag zu entscheiden hat. Reiner Brüggemann geht davon aus, dass dieses Votum dort nicht ohne Eindruck bleiben werde. Sichtlich zufrieden nahmen zahlreiche Zuhörer aus Heeren-Werve das Votum zur Kenntnis.