Zement besiegelt das Ende

Kamen. Deckel drauf? Nein, das trifft’s nicht so ganz. Das Ende des Bergbaus wird seit gestern Morgen mit einer Mischung aus Gießereisand und Zement besiegelt.

Heizung verhindert das Durchdrehen

Rund 7 000 Tonnen von dem Brei sickern in den Schacht, bis in etwa 350 Meter Tiefe. Rehermann hat grob überschlagen und ist zu dem Ergebnis gekommen, dass es wohl um die 10 000 Kubikmeter Hohlraum sind, die da binnen vier Tagen zugekippt werden. Ohne Unterbrechung übrigens – andernfalls käme der gewünschte „homogene Betonkörper“ nicht zu Stande. Auch nachts wird also in den Schacht geschüttet, was das Zeug hält. Weil es auf dem Gelände reichlich Lagerkapazität gibt, brauchen nachts aber keine Laster zu fahren, um Zement und Sand anzuliefern: Das geschieht ausschließlich am Tage. Und obendrein beheizt – jedenfalls ab heute für den Rest der Woche. Denn die Meteorologen haben Minusgrade prophezeit. Weil beim Anrühren des Verschluss-Breis Wasser im Spiel ist, könnte das naturgemäß heikel werden; das Förderband könnte bei Frost den Halt verlieren und durchdrehen. Die Heizungsanlage samt teilweiser „Einhausung“ der Baustellengerätschaften soll das verhindern.

Kommt Wehmut auf bei den Bergbau-Akteuren, wenn solch ein Schacht zugeschüttet wird? Nein, eigentlich nicht so sehr, sagt Dirk Rehermann. Bewegender sei es doch, wenn Menschen im Spiel seien. Als die ersten Kumpel vom inzwischen stillgelegten Bergwerk Ost in Bussen an ihren neuen Arbeitsplatz gefahren wurden – das sei so ein Moment gewesen, inne zu halten. Aber ein Schacht ist halt ein Schacht. Als nächster ist der in Lerche an der Reihe. Was bleibt, ist der denkmalgeschützte Förderturm: Im Rahmen der Europäischen Kulturhauptstadt Ruhr.2010, während der Aktion „SchachtZeichen“, rückte er samt schwebendem, gelbem Ballon einmal mehr in den Blickpunkt. Ideen gibt es reichlich, wie der Turm und die angrenzende Maschinenhalle zu nutzen wären. Als Museum oder als Kulturzentrum, beispielsweise.