Sirenen sollen künftig schweigen

Kamen. Spätestens zum Jahresende soll es leiser sein in der Stadt, meistens zumindest. Sirenenalarm soll dann nur noch zu hören seien, wenn entweder Sirenen getestet werden – oder aber wenn wirklich die Bürger im Gefahrenfall alarmiert werden sollen.

Das kündigte Feuerwehrchef Rainer Balkenhoff beim traditionellen Neujahrsempfang der Wehr an. Die Alarmierung der Wehrleute soll zukünftig digital erfolgen, Im Gespräch ist das seit längerem, Jetzt aber wurden 300 Alarmierungsgeräte angeschafft. Außerdem werden auf dem Rathaus und dem Feuerwehrgerätehaus Methler die Signalgeber für diese Geräte installiert.

Dank an die Stadt für Unterstützung

Die Bürger müssen dann nicht mehr aufgeschreckt werden, wenn die Wehr zum Einsatz gerufen wird. Das geschah 2010 immerhin 553 Mal. Ende März soll die neue Technik voll funktionsfähig sein, bestätigt auch Kreisbrandmeister Ulrich Peukmann. Nach einer Übergangszeit zur Erprobung sollen die Sirenen weitgehend schweigen – es sei denn Bürger sollen selbst gewarnt werden vor Gefahren einer Katastrophe.

Balkenhoff und Peukmann aber würden ohnehin die Zahl der Alarmierungen gern reduziert wissen. Einer der Wünsche des Kamener Feuerwehrchefs zum Jahreswechsel: Er wünscht sich eine gesetzliche Pflicht für die Installation von Rauchmeldern in privaten Haushalten, die schon jetzt manchen größeren Einsatz rechtzeitig verhindern.

Die Wehr selbst ist mit ihrer technischen Ausstattung durchaus zufrieden. Balkenhoff dankte Stadtverwaltung und Rat für die fortgesetzte Unterstützung auch in Zeiten der Nothaushaltsführung. Auch 2011 wird es ein neues Fahrzeug geben. Immerhin tun die teils 30 Jahre lang ihren Dienst. Besonders wichtig aber für die Wehr und die Erfüllung ihrer Aufgaben sei der geplante Umbau des Gerätehauses an der Bunten Kuh in Methler.

Den kündigte Bürgermeister Hermann Hupe einmal mehr für das laufende Jahr an. Dann wären alle Gerätehäuser der Wehr auf zeitgemäßem Stand. Hupe machte deutlich, dass die Freiwillige Wehr die Stadt im Vergleich zu komplett hauptamtlichen Strukturen um immense Summen entlaste. Zu einer guten Ausstattung gebe es auch in Zukunft keine Alternative. Darüber habe es in der Stadt auch noch nie politischen Streit gegeben.

Kreisbrandmeister Ulrich Peukmann hegt ebenfalls einen besonderen Wunsch für die Wehr zum Jahresbeginn: Die Bauarbeiten auf A1 und A2 in der Region mögen endlich zu Ende gehen. Auch 2010 habe es dort wieder die schwersten der 553 Einsätze für die Kamener Löschzüge gegeben.