Glocken läuteten für Tschernobyl

Kamen. Ökumenisch läuteten die Glocken der Innenstadtkirchen die Mahnwache ein. Auf dem Alten Markt folgten knapp 100 Kamener dem Aufruf zum Gedenken an die Katastrophe in Tschernobyl vor genau 25 jahren.

Detlef Maidorn, Geschäftsführer der Jugendpfarrei im ev. Kirchenkreis und Jörg Theis für die AWO hatten zuvor versucht in Worte zu fassen, was an diesem Tag bewegt. Detlef Maidorn betonte, die aktuelle Katastrophe in Japan sei noch nicht vorbei. Tschernobyl habe schon 25 Jahre Folgezeit der Katastrophe hinter sich, in Fukushima beginne diese Zeit erst. Jörg Theis versuchte Opferzahlen beizusteuern, um das eigentlich unbeschreibliche Leid nach dem Ereignis vor 25 Jahren doch zu fassen.

Das nur wenige Kamener an der Mahnwache teilnahmen wunderte die Organisatoren nicht so sehr. Theis: „Wir müssen erst wieder lernen, uns auch auf der Straße einzusetzen für unsere Zukunft.“

Immerhin waren Angehörige unterschiedlichster politischer Parteien und Bürger jeden Alters darunter. Wendy Wagner und Demian Kwiotek gehörten zu den jüngeren Teilnehmern. Bei den Jusos diskutieren sie Lehren, die man ziehen müsse aus Tschernobyl und Fukushima. Konsequenzen mahnt auch Heinz Kreutzkamp an, mit seiner Frau einer der älteren Besucher. „Wir sitzen auf der Kohle, und nutzen sie nicht“, ärgert er sich. Alle sind überzeugt, dass die Energiewende sein muss.

Jörg Theis und Detlef Maidorn laden ein, darüber zu diskutieren und von Zeitzeugen zu erfahren, wie schlimm die letzten 25 Jahre in Tschernobyl waren. Das macht ab Samstag die Tschernobyl-Ausstellung im SportCentrum Kaiserau möglich.