Bahnhof-Sanierung verzögert sich

Kamen. Die 2008 versprochene Großoffensive zur Sanierung von mehr als 100 Bahnhöfen in NRW steckt fest (wir berichteten ausführlich im überregionalen Teil). Die Modernisierungen verzögern sich an vielen Stationen bisher um mindestens ein Jahr. So räumt die Bahn – auch für Kamen – den Rückstand ein: „Wir liegen hinter dem Plan zurück“, sagte ein Unternehmenssprecher. Die offizielle Begründung für die Verzögerungen: Ingenieure und Baufirmen seien ausgelastet, weil zuerst das Geld verbaut werden soll, das der Bund aus den Konjunkturprogrammen zur Verfügung stellt.

Kein konkreter Termin

Konkrete Aussagen über die zu erwartenden Verzögerungen konnte die Bahn für den Standort Kamen nicht treffen. Eigentlich sollten im Herbst dieses Jahres die Bagger für die Modernisierung anrücken. Nun heißt es in einer allgemeingültigen, schriftlichen Erklärung der Bahn sinngemäß: Es werde definitiv zu Terminverschiebungen kommen, in Gefahr seien die vereinbarten Projekte aber nicht. Grundsätzlich sei vereinbart, dass die Projekte bis Ende 2013 begonnen sein sollen. Eine genauere Eingrenzung: Fehlanzeige.

Im Zuge der Großoffensive sollen am Kamener Bahnhof der Bahnsteig angehoben werden, zudem das Licht im gesamten Bahnhofsbereich, die rutschfesten Bodenbeläge sowie die Lautsprecheranlagen erneuert werden. Zudem ist ein weiteres Wartehäuschen angrenzend an die neu postierte Fahrradsammelstelle geplant.

Tunnel steht im Fokus

Im Fokus der Sanierungspläne aber steht die Sanierung des Tunnels zum hinteren Gleis. Dort sollen dann auch Aufzüge entstehen, um die Nutzung mit Rollstühlen, Kinderwagen und Fahrrädern zu erleichtern. Bisher ist der Zugang zum Bahnsteig nur über eine Treppe möglich. Über eine Treppe, die total marode ist. Aus Bahnkreisen ist zu hören: Gerade diese Aufbesserungen der Bahnsteige und behindertenfreundliche Installationen bleiben zunächst einmal auf der Strecke. Insgesamt sollen nach dem Rahmenvertrag von 2008 zwischen Bahn und Land 407 Millionen Euro eingesetzt werden. Von denen stammen 120 Millionen Euro aus der Landeskasse.