Journalisten demonstrieren in der Innenstadt

Unna. 120 Redakteurinnen und Redakteure haben am Dienstag (2. August 2011) in der Unnaer Innenstadt gegen Einschnitte in ihre Tarifverträge demonstriert.
Unterstützt wurden sie dabei auch von der Politik.

An der Streikaktion in der Unnaer Innenstadt nahmen auch zahlreichen Unnaer Ratsvertretern sowie Landrat Michael Makiolla und SPD-Bundestagsabgeordneter Oliver Kaczmarek teil.

„Dumping-Tarifvertrag für Berufseinsteiger und Jobwechsler“

Die Verleger fordern von den Redakteuren einen Gehaltsverzicht. Besonders umstritten unter den Journalisten ist das geforderte Tarifwerk II: Nach Ansicht der Gewerkschaften fordern die Verleger einen „Dumping-Tarifvertrag für Berufseinsteiger und Jobwechsler“. Die Verleger halten dagegen, die Situation der Tageszeitungen sei angespannt. Leserverluste und Anzeigenrückgänge erforderten ein Umdenken.

Kaczmarek betonte in seiner Rede, guter Journalismus sei für die Stabilisierung der Demokratie wichtig. „Es geht nicht an, dass gute Arbeit schlecht bezahlt wird“, so der Bundestagsabgeordnete. Kaczmarek forderte einen „vernünftigen Lohnabschluss ohne das „Tarifwerk II“.

„Zeitungen sind keine ausschließlichen Renditeobjekte“

Der Landrat erklärte, eventuell seien Anpassungen im Tarif erforderlich. Die aktuelle Auseinandersetzung dürfe aber nicht ausschließlich auf dem Rücken der Redakteure ausgetragen werden. Makiolla sagte deutlich: „Zeitungen sind keine ausschließlichen Renditeobjekte.“ Er ermahnte die Verleger, an ihre demokratische Verantwortung zu denken.

Nach den Reden zogen die Redakteure im Rahmen der gleichzeitig laufenden Streikaktion an Tageszeitungen mit Fahnen und Trillerpfeifen durch die Innenstadt.