Metalldiebe schänden Kriegerdenkmal in Kamen

Heeren-Werve. Ortsheimatpfleger Karl-Heinz Stoltefuß reagiert geschockt, und mit ihm viele Bürger im Stadtteil und darüber hinaus. In der Nacht zu Donnerstag wurden zwei bronzene Gedenktafeln am Kriegerdenkmal in Heeren gestohlen.

„Das ist ganz fürchterlich“, kommentiert Stoltefuß. Hier sei eine Erinnerungsstätte geschändet worden, welche die gleiche Bedeutung wie ein Friedhof habe. „Ich kann das einfach nicht verstehen“, schildert er. Für ein paar Euro Materialwert werde hier eine historische Stätte vernichtet. Die Tafeln selbst sind für ihn schon ein Stück Stadtteilhistorie.

Sie erinnerten an die Toten dreier Kriege. Eine erste Erinnerungsstätte mit hoher Säule hatte der örtliche Krieger- und Landwehrverein schon vor dem Ersten Weltkrieg für die Toten des deutsch-französischen Krieges errichtet. 1926 gestaltete er die Stätte um im Gedenken auch an die Weltkriegsopfer. Nach dem Zweiten Weltkrieg errichtete die Gemeinde ein neues Denkmal mit einem großen Stein für die Toten des jüngsten Krieges. In den 70ern dann wurde die heutige Erinnerungssätte zu allen drei Kriegen geschaffen, die alten Tafeln aber wurden dazu verwendet.

Diese bestehen aus Bronze mit einem hohen Kupferanteil. Der aktuelle Marktwert für reines Kupfer beträgt etwa sechs Euro pro Kilo. Darum sei es den Tätern aber wohl gegangen, so Stoltefuß. Auch wenn man seit geraumer Zeit von Baustellendiebstählen und Metallraub auf Bahngeländen wisse, für den Ortsheimatpfleger hat diese Tat eine ganz besondere Qualität. Zum Einen wegen des auch historischen Verlustes und zum Anderen, weil man nicht wisse, wie die Gedenkstätte wieder hergericht werden könnte.

Bisher habe der Stadteil an der Stelle der Gedenktafeln in jedem Jahr mit einer ökumenischen Feier zum Volkstrauertag der Kriegsopfer im Stadtteil gedacht und zum Einsatz für den Frieden aufgerufen.

Betroffen reagiert angesichts der Tat auch die Stadtverwaltung. „Das ist im Moment der Zeitgeist“, so Christian Frieling vom Bürgermeisterbüro. Die Stadt werde nun versuchen, die Tafeln zu rekonstruieren, aber vorsichtshalber aus einem anderen Material.