Jugendtreffs werden zu Kontaktstellen

Kamen. Die Stadtverwaltung will mit eigenen Schwerpunktprojekten steigenden Zahlen bei Schulschwänzern und Ausbildungsabbrechern entgegen wirken. Jugendeinrichtungen sollen mit neu geschaffenen Kontaktstellen Hilfs- und Präventionsaufgaben übernehmen.

Die Einrichtungen seien auf solchen Wegen bereits erfolgreich unterwegs, erzählt Fachbereichsleiter Klaus Güldenhaupt. So gebe es Kooperationen zwischen Schulen und der Jugendfreizeitstätte Lüner Höhe mit deren Leiter Michael Wrobel. Künftig soll das JFZ zur „Kontaktstelle Jugend“ entwickelt werden.

Im Fokus stehen wird das Thema Schule und Beruf. Das JFZ soll unterstützen, wenn Schulschwänzerei zu polizeilichen Maßnahmen führt und Familie in solchen Situationen überfordert ist. Auch bei Problemen im Zuge der Ausbildung soll die Kontaktstelle Hilfen anbieten. „Das gibt es ansatzweise schon, nun geben wir dem eine feste Organisationsform“, so Güldenhaupt.

Es gehe um Vernetzung mit Schule und Polizeibehörde. Zusätzliches Geld oder Personal ist damit nicht verbunden, bei Bedarf sollen über den Förderverein Jugend zusätzliche Kräfte eingebunden werden.

Das Bürgerhaus Methler wird zur Kontaktstelle Kindergesundheit. Dort gebe es Kompetenz in der Arbeit mit Kindern. In Kooperation mit Angeboten des Kreises oder auch dem Mensaverein sollen hier Informationen geboten werden zum Thema gesunde Ernährung oder Seminare zur Zahngesundheit.

Vorhandene Ansätze weiter ausbauen

Das Jugend-Kultur-Café wiederum soll seine Kulturarbeit weiter ausbauen. Er sei stolz auf die tolle Arbeit, die auch dort geleistet werde, so Güldenhaupt. Im JKC haben sich intensive ehrenamtliche Strukturen entwickelt. Gerade beim Thema Migration werde hier erfolgreich gearbeitet. Eine jährliche Bildungsfahrt nach Krakau sei nur ein Beispiel. Das JKC soll noch stärker zum Jugendkulturzentrum werden.

Gerade weil Finanzmittel zusätzlich nicht eingesetzt werden können gehe es darum, gute Ansätze auszubauen und Kompetenzen zu nutzen, so Güldenhaupt. Das wird auf anderer Seite ausdrücklich begrüßt. Schulschwänzerei werde zum immer größeren Problem, schildert der Leiter der Käthe-Kollwitz-Schule, Hubert Kampmann. Die gute Kooperation zwischen Schulen und Jugendamt sei eine gute Basis. Auch die Politik zeigt sich überzeugt von dem Vorhaben, so Heiko Klanke für die SPD und Alexandra Möller für die Grünen. Hier werde richtig auf gesellschaftliche Entwicklung reagiert.