Aluminiumbau ist die Zukunft

Kamen. Stahlbau hat in Kamen eine lange Tradition. Seit über 100 Jahren ist die Firma Hülsmetall in der Branche ein Begriff und für international agierende Hersteller ein verlässlicher Partner. Das Unternehmen blickt stolz auf zum Teil jahrzehntelange Geschäftsbeziehungen mit Marktführern zurück.

Zu den bekanntesten Partnern zählen der Fassaden- und Fensterbauer Schüco, der Flugzeughersteller Airbus, Arbeitsbühnen-Hersteller Teupen und Vahle, der Spezialist für mobile Energie und Datenübertragung aus Kamen.

Wenn es um die Fertigung von Press- und Stanzartikeln geht, um präzises Fräsen komplexer Bauteile oder aber um hochgenaue Laser-Zuschnitte von Komponenten, dann sind die knapp 30 Mitarbeiter des Unternehmens an der Werkstraße ganz in ihrem Element. In zwei sauber getrennten Betriebsbereichen auf dem 8000 qm großen Firmengelände werden einerseits Schweißbaugruppen aus Stahl gefertigt. Andererseits hat sich Hülsmetall in den letzten Jahren vor allem in der Produktion und Herstellung komplexer Edelstahl- und Aluminiumgruppen ein Know-how erworben, das heute mehr und mehr die Basis für den unternehmerischen Erfolg ist. „Aluminium-Schweißen ist die Zukunft“, sagt Thilo Schuler, seit diesem Jahr Inhaber und Geschäftsführer der Firma. Zeit und Geld hat man in die Entwicklung entsprechender Techniken und die Schulung von Mitarbeitern investiert. „Auch und gerade während der Wirtschaftskrise von Oktober 2008 bis Mitte vergangenen Jahres. Umsatzeinbußen von 40% gab es damals, Kurzarbeit war die Folge. „Eine schwierige Zeit war das“, blickt Prokuristin Gudrun Hageneier zurück. Aber auch eine Zeit, aus der das Unternehmen jetzt gestärkt hervorgeht, auch wenn die Belegschaft leicht geschrumpft ist. „Wir haben die Phase der Kurzarbeit auch genutzt, um Mitarbeiter fortzubilden.Das macht sich jetzt bezahlt“, sagt Schuler. Zudem ist nach dem Inhaberwechsel im April diesen Jahres nun auch innerbetrieblich wieder Ruhe eingekehrt.

Von Ruhe allerdings kann in den Produktionshallen selbst keine Rede sein. Insbesondere der Aluminiumbau brummt. Als Zulieferer stellt Hülsmetall Arbeitsbühnen her, die später dann auf Spezialfahrzeuge montiert, Feuerwehrleute in luftige Höhen heben oder Servicekräfte auf Augenhöhe mit Straßenlaternen bringen.

„Die Fertigung solcher Arbeitsbühnen war zunächst nur eine Marktnische für uns, jetzt ist sie ein Standbein“, sagt Schuler. Waren es vor zwei, drei Jahren noch 60 handgefertigte Bühnen, die das Werk in Kamen verließen, sind es jetzt jährlich dreimal so viele. Das ist auch ein Verdienst von Betriebsleiter Michael Martinovic, der die Produktionsabläufe optimiert hat.

In vielen kleinen Arbeitsschritten wird aus dem Alu-Blech am Ende eine Arbeitsbühne, die größten Belastungen standhalten muss. Zunächst werden die Einzelteile auf Maß zurecht geschnitten. Sägen, scheren, lasern, abkanten – das gesamte Firmen- Know-how kommt bei der Produktion zum Einsatz. Auch die erforderlichen Werkzeuge, die zum Beispiel nötig sind, um rechteckige Flächen übergangslos abzurunden, kommen aus eigener Herstellung. Zu guter Letzt werden die Arbeitskörbe aufwändig und sorgfältig im Wolfram-Inertgasschweiß-Verfahren zusammengefügt.

Weniger aufwändig, aber bedeutender für den Firmenumsatz, ist die Herstellung „maßgeschneiderter“ Fensterhalter und Beschläge für den Fenster- und Fassadenbauer Schüco. „Mit denen pflegen wir seit 25 Jahren exzellente Geschäftsbeziehungen“, betonen Hageneier und Schuler.

Ebenso dauerhaft sind die meisten Arbeitsverhältnisse der Angestellten bei Hülsmetall. Darunter Konstruktions- und Zerspanungsmechaniker, Werkzeugmacher, Logistiker, Schweiß- und Laserfachmänner. Außerdem gibt es natürlich Industriekaufmänner- und frauen. Für diesen Beruf bietet Hülsmetall traditionell Ausbildungsplätze an.Und die sind begehrt. Wen wundert’s? Eine 100-jährige Firmengeschichte ist eben auch ein Versprechen für die Zukunft.