Panne stoppt Spange für Jahre

Südkamen.Die Südkamener Spange liegt trotz schon begonnener Vorarbeiten wieder auf Eis. Weil versäumt wurde, für den Brückenbau benötigte Flächen zu sichern, sind mindestens zwei Jahre und einiges Geld vergeudet. Regressforderungen von bereits beauftragten Bauunternehmen werden erwartet. Kreis Unna und Deutsche Bahn AG weisen sich gegenseitig die Verantwortung zu.

Seit einigen Tagen herrscht Aufregung bei beteiligten Stellen im Kreishaus wie bei der Bahn. Beim Anrücken seien Arbeiter von Grundstückseigentümern der Fläche verwiesen worden, so ein Sprecher der Bahn AG. Versuche, in letzter Minute noch Regelungen zu treffen, scheiterten. Die Bahn hat dem Kreis nun in einem Schreiben den Rückzug des Projektes mitgeteilt und dem Kreis die Verantwortung zugewiesen. Der Kreis wiederum trat gestern mit einem Pressegespräch vor Ort die Flucht nach vorn an: Dezernent Detlef Timpe sieht die Verantwortung an dem Desaster allein bei der Bahn AG.

Zunächst geht es um das sogenannte Brückenbauwerk, das den Bahnübergang Südkamener Straße ersetzen soll. Entlang der Gleise sollen Betonpfähle gesetzt werden, die dann eine Betonplatte als Gleisuntergrund aufnehmen. Nach Fertigstellung hätte der Kreis darunter einen Straßentrog gebaut und den dann mit einer neuen Straße mit Westicker und Dortmunder Straße verbunden.

Regressforderungen erwartet

Das Brückenbauwerk selbst sei allein Sache der Bahn AG, betont Timpe. Vorübergehend für das Baugeschehen benötigte Flächen zu sichern, sei allein deren Aufgabe. Laut Timpe habe die Bahn dem Kreis nicht einmal mitgeteilt, welche Flächen sie hier benötige. Dabei habe es zuletzt im Dezember ein Gespräch gegeben. Dass der Kreis die Flächen für den Straßenbau noch nicht erworben habe, mache Sinn, so Timpe. Hier gehe es darum, Mittel nicht verfrüht zu binden oder Zinsaufwendungen zu vermeiden.

Bei der Bahn sieht man den Vorgang völlig anders. Eisenbahnkreuzungsgesetz und spezielle Vertragswerke regelten eindeutig, dass der Straßenbaulastträger für Erwerb und Sicherung auch dieser Flächen zuständig sei. Und Träger der geplanten K40n, der Südkamener Spange, ist der Kreis. Den habe man darauf hingewiesen, so ein Bahnsprecher, dass die jetzt eingetretene Verzögerung Kosten verursache, deren Übernahme zu regeln sei. Die Bahn AG erwartet auch Regressforderungen beteiligter Bauunternehmen.

Detlef Timpe ist sich bewusst, wie die Bürger in Südkamen reagieren werden. Seit 1985 gebe es belastbare Planungen. Da sei diese Panne nicht erklärbar.

An der Verzögerung ist laut Bahn nicht mehr zu rütteln. Man werde zwar die für Pfingsten geplante und im Fahrplan seit dem Vorjahr terminierte Sperrung für Teilarbeiten nutzen, aber nicht alle geplanten Arbeiten ausführen könnn. Eine neue Vollsperrung brauche mindestens zwei Jahre Vorlauf. Frühestens 2014 könnte es weitergehen.