Hellmig-Krankenhaus verschmilzt

Kamen. Es ist entschieden: In gut sechs Monaten, genauer am 1. Januar 2013, verschmilzt das Hellmig-Krankenhaus mit dem Klinikum Westfalen und wird Teil eines Dreiecks aus den Krankenhäusern Klinik am Park in Lünen und dem Knappschaftskrankenhaus in Dortmund-Brackel.

Der parlamentarische Beschluss war einstimmig gestern in der Sitzung des Rates. Damit ist die Stadt künftig nicht mehr alleiniger Träger des Hellmig-Krankenhauses, sondern Minderheitseigentümer.

Der Erhalt des Standortes (und die damit einhergehende Versorgungssicherheit für die Bürgerinnen und Bürger aus Kamen und den Nachbarstädten) sowie die Sicherung der Arbeitsplätze im Haus haben die Parlamentarier überzeugt.

Keine Portalklinik

Was ebenfalls allen Fraktionen wichtig war: dass die Hellmig-Klinik nicht zu einer sogenannten Portalklink wird, einer Einrichtung, in der Patienten die ersten wegweisenden Untersuchungen und Behandlungen bekommen, um dann zur Weiterbehandlung in andere Kliniken, in die ambulante Nachsorge oder nach Hause entlassen zu werden.

Marion Dyduch, Fraktionsvorsitzende der SPD, erklärte, das Fusionergebnis zeige, dass „alle Partner zusammenpassen“. Im Hinblick auf die gerade einmal fünf Monate andauernden Fusionsverhandlungen sprach sie von einer „ambitionierten Wegstrecke“. Überdies ist Dyduch davon überzeugt, dass sich die Hellmig-Klinik im Verbund nicht verstecken müsse.

Ralf Eisenhardt (CDU) wieder-um sieht in den Fusionsverträgen den Einfluss von Stadt und Rat aufrechterhalten. Und die Bündnis-Grünen „sehen ganz klar, dass der Weg von der kleinen zur großen Einheit nicht mehr zu stoppen ist.“ Es sei aussichtslos, sich gegen eine „neue Großklinik“ zu widersetzen, erklärte Alexandra Möller.

In „einigen Jahren können wir vielleicht nichts mehr für den Erhalt der kleinen Klinik tun“.
Klaus-Dieter Grosch von der Fraktion Linke/GAL hob zum Abschluss der Debatte hervor – und wiederholte damit ein Bekenntnis aller anderen Fraktionen –, dass seiner Partei die „Fürsorglichkeit der Übernahme“ eine Herzensangelegenheit sei. „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, sagte Grosch, „haben eine lange Sicherheit ihres Arbeitsplatzes.“