Schuften für viel Minimoos

Kamen. Max wartet schon seit über einer halben Stunde vor dem Jugendfreizeitzentrum. Eigentlich geht der Achtjährige noch zur Schule, doch in diesen Ferien will Max Schreiner werden – kein Problem in Mini-Kamen.

Zum dritten Mal ist Max nun schon hier, und quasi ein alter Hase in der Stadt.

Constanze ist sich über ihre Berufswahl noch nicht so sicher. „Irgendwas mit Basteln wäre schön“, meint sie. Mal gucken, was es am Arbeitsamt für Berufe gibt.

Traumberuf Schreinermeister

Max hat inzwischen seine Karte abgeholt, und darf sich nun auch offiziell „Schreiner“ nennen. Zusammen mit seinen Mitarbeitern soll eine Schranke gebaut werden, „damit nicht einfach alle den Aufgang hochlaufen“, erklärt er. Am liebsten würde Max sofort lossägen, erstmal müssen aber die Bretter vermessen werden.

Gegenüber in der Kunstwerkstatt experimentiert „Künstlerin“ Constanze mit Pinsel und Farbe. Was sie genau malen will, weiß die Siebenjährige noch nicht, den Lohn kriegt sie sowieso – natürlich wird nach Zeit gezahlt, nicht nach Aufwand. Deswegen tut sich Max auch lieber die Ruhe an. „Ihr müsst nicht zu fünft ein Brett tragen!“, ruft einer seiner Kollegen – erfolglos, in Mini-Kamen herrscht Sozialismus par excellence.

Langsam laufen auch die anderen Geschäfte an, und die ganze Stadt schwebt in einem Dunst aus Nagellack und frisch gebackenen Waffeln. Kunden gibt es noch keine, schließlich ist das erste Gehalt noch nicht ausgezahlt, und ohne „Moos“ geht in Mini-Kamen gar nichts. Aber solange keiner kommt, lackieren sich die Mitarbeiter ihre Nägel halt selbst.

Nach der Arbeit das Vergnügen

Max hat gerade vom Schreinermeister seine geliebte Säge in die Hand gedrückt bekommen und posiert nun lachend fürs Foto. Was er mit seinem ersten verdienten Geld machen will, ist noch nicht ganz sicher, aber vor allem die Ausflüge reizen ihn. Denn wer mal ein paar Stunden Auszeit vom harten Berufsalltag haben will, kann auch Minigolfen, Bowlen oder in den Maxipark fahren. Eine Besichtigung der Sparkasse steht auch noch an, ebenso wie ein Besuch beim Standesamt – natürlich inklusive Brautpaar.