Kapelle als Ort gelebter Ökumene

Methler. Eigentlich trifft man Bernhard Nake und Jochen Voigt selten zusammen an – schließlich haben die beiden unterschiedliche Bezirke, und obendrein auch noch unterschiedliche Gesangbuchfarben. Dennoch teilen sich der Katholik und sein evangelisches Pendant gerne die Arbeit in der Kapelle im Peter und Paul.

„Das hier ist ein ökonomisches Projekt“, erklärt Pfarrer Bernhard Nake. „Schließlich ist das hier ja auch eine katholische Einrichtung auf evangelischem Grund. Wichtig ist aber, dass wir gemeinsam unseren Glauben verbreiten.“

Dass das in der hauseigenen Kapelle geschehen kann, wissen auch die Bewohner des Heims zu schätzen. „Die Kapelle ist dauernd geöffnet, da das Haus immer personell besetzt ist. Dieses Angebot wird auch häufig von den Bewohnern genutzt“, weiß Nake.

Groß ist der Raum nicht. „Dafür ist aber auch die Atmosphäre gelöster“ sind sich die Pfarrer einig. „Mittlerweile nehmen an den Gottesdiensten nicht nur Heimbewohner, sondern auch Leute aus den Seniorenwohnungen und den umliegenden Häusern teil.“, bemerkt Jochen Voigt.

„Für viele ist das dann wie ein Wiedersehen. Da werden Kontakte mit der Gemeinde geknüpft, nicht nur intern.“

Länger als eine halbe Stunde sollte die Andacht trotzdem nicht dauern, „danach lässt die Konzentration nach.“, so Voigt.

„Und natürlich ist es wichtig wiedererkennbare Lieder zu singen. Im Alter vergisst man vielleicht viel, aber Kirchenlieder und Gebete, die man schon als Kind gelernt hat klappen meistens noch.

Lobe den Herrn klappt auch mit Demenz. Das ist ein tolles Gefühl für die Senioren, die hierher kommen.“