Gas-Absaugung aus Grilloschacht wahrscheinlich

Kamen. Zwar läuft das Genehmigungsverfahren für das probeweise Absaugen von Grubengas aus dem ehemaligen Grilloschacht der Zeche Monopol noch. Doch es scheint sich eine baldige Zustimmung der Bezirksregierung für den erneuten Antrag der Steag-Tochter Minegas abzuzeichnen.

„Ein Ende des Genehmigungsverfahrens ist bis Ende des Monats zu erwarten“, sagt Christoph Söbbeler, Pressesprecher der Bezirksregierung Arnsberg.

Lärmbelästigung ist vom Tisch

Nachdem der erste Antrag wegen zu erwartender Lärmbelästigung scheiterte, stellte Minegas im März einen erneuten Antrag mit der Änderung, auf das lärmverursachende Dieselaggregat als Energieversorgung zu verzichten (wir berichteten). Daraufhin hatten sowohl die Stadt als auch der Kreis keine Einwände mehr gegen eine Probeabsaugung. Der Antrag ging in eine Verlängerung, weil der zur Anlage gehörende Verdichter defekt war und nicht so schnell ersetzt werden konnte, wie geplant.

Bei Steag geht man aber davon aus, dass es für das Vorhaben der Tochtergesellschaft bald grünes Licht gibt. „Bei positivem Bescheid erstreckt sich die Testabsaugung über zwei bis drei Monate und soll Ergebnisse über Methan-Gehalt und -Menge liefern“, erklärt Steag-Pressesprecher Dr. Jürgen Fröhlich. Er betont, dass das Absaugen von Grubengas, auf das sich Minegas spezialisiert hat, nichts mit dem sogenannten „unkonventionellen Erdgas“ durch Fracking zu tun hat. „So etwas machen wir nicht“, sagt Fröhlich.

Für die Testabsaugung hingegen werde an der bereits bestehenden Entgasungsleitung des verfüllten Schachtes eine Saugvorrichtung angebracht. Weitere Bohrungen sind dabei nicht erforderlich. Fröhlich betont den für die Umwelt positiven Effekt der Grubengas-Absaugung: „Die Umwandlung des methanhaltigen Grubengases in Strom und Wärme verhindert, dass das äußerst klimaschädliche Methan, das 21-mal schädlicher als CO2 ist, in die Atmosphäre gelangen kann.“

Wann die Testabsaugung am ehemaligen Grilloschacht erfolgt – vorausgesetzt, die Bezirksregierung erteilt die Genehmigung – steht derzeit noch nicht fest.