Kömscher Bleier als Marke

Kamen. Die Einladung der Stadtspitze zur Debatte um den neuen Standortvorschlag für den Kömschen Bleier nimmt der Kulturkreis Kamen an. Die Idee einer Platzierung zwischen Mai- und Sesekebrücke findet dort Zustimmung. Klaus Holzer und Reimund Kasper aber fordern ein, Platzierung und Befestigung müssten den Ursprungsintentionen Lothar Kampmanns gerecht werden.

„Grobe Verfälschung des Werkes“

Der von Lothar Kampmann geschaffene Bleier dürfe nicht einfach aufgehängt werden, betonen beide. „Das wäre eine grobe Verfälschung des ursprünglichen Werkes“, ist Klaus Holzer überzeugt. Reimund Kasper teilte sich einmal ein Atelier mit Lothar Kampmann. Er ist überzeugt: „Das hätte der nicht gewollt.“ Beide verweisen auf das Urheberrecht des Künstlers. Sie vermuten, es könne zudem Festlegungen in einem bei der In-stallation des Werkes abgeschlossenen Vertrag geben.

Zu Tage gefördert haben sie auch alte Fotos des Werkes. Eines zeigt die Einweihung im Postpark noch in Gegenwart des ehemaligen Bürgermeisters Arthur Blümel. Auch da schwebte der Bleier über dem Wasser, getragen von einer senkrechten Stange und einer Betonrampe. Zugleich ist zu erkennen. dass mit dem Bleier ein Wasserspiel verbunden war. Dass man das heute aus Kostengründen wohl nicht wieder installieren könne, damit könne der Kulturkreis leben. Das Beharren auf der ursprünglichen Montage aber sei auch Ergebnis vielfältiger Kontakte zu Bürgern, so Holzer, der auch Stadtführungen zu Kunstobjekten in der Stadt organisiert.

Öffentliche Debatte gesucht

Er freue sich über jeden wohlmeinenden Rat und suche die öffentliche Debatte, so Bürgermeister Hermann Hupe auf Anfrage zu dieser Stellungnahme. Bisher handle es sich nur um einen Vorschlag. Der werde in der nächsten Sitzung des Kulturausschusses erörtert. Hupe betont, ohne öffentliche Akzeptanz werde man auch diese Idee nicht umsetzen. Man habe allerdings diverse Standorte geprüft. Dieser Vorschlag sei machbar und bezahlbar. Details zu der Montage gebe es nicht, allerdings werde die Befestigung hier womöglich nicht genauso funktionieren, wie einst im Postpark. Bisher sei daran gedacht, den Bleier an einem Arm über der Seseke hängend zu befestigen.

Holzer und Kasper würden die Neuaufstellung des Kunstwerkes gern verstanden sehen als Startzeichen für eine Neubewertung des Bleiers insgesamt. Andere Städte ließen sich für viel Geld Markenzeichen entwickeln. Mit dem Bleier gebe es eine Marke, die ohne Urheberrechtskosten genutzt werden könne. Vorstellen könnte sich der Kulturkreis zum Beispiel, mehr als nur die Bleier-Darstellung von Kampmann und die Totzek-Skulptur an der Ostenallee aufzustellen. Man könnte weitere kreative Bleier-Darstellungen entlang der Seseke platzieren und dabei Schüler und Bürger beteiligen, aber auch örtliche Künstler.

Das Ergebnis müsse ja nicht gleich heranreichen an eine ganze Herde von Elefanten, die es in einer anderen Stadt gebe.