Stadt will die Rathauswiese bebauen

Kamen. Im dritten Anlauf treibt die Stadt ein Bauvorhaben für das Jobcenter voran. Am neuen Standort auf der Wiese hinter dem Rathaus aber entzündet sich Kritik. Die Grünen warnen vor weiterer Versiegelung einer der eher seltenen Grünflächen in diesem Teil der Stadt.

Die Stadt lockt offenbar der Verkaufserlös für das ihr gehörende Grundstück zugunsten des knappen Haushaltes, zudem habe das Jobcenter Zeitdruck: Schon im Herbst nächsten Jahres sollen die neuen Büros bezogen werden. Daran scheiterte nun auch eine Planvariante, das Gebäude als Ersatz für ein ehemaliges Hotel zwischen Rathaus und Bahnhof zu realisieren. Es habe zwischenzeitlich Hoffnung gegeben, diese Flächen termingerecht erwerben zu können und die städtebauliche Entwicklung im Bahnhofsumfeld damit weiter voranbringen zu können, so Beigeordneter Reiner Brüggemann. Der Standort aber stehe nicht rechtzeitig zur Verfügung.

Eine zunächst am Busbahnhof ins Auge gefasste Fläche scheidet ebenfalls aus. Die mit der Nachbarschaft abgestimmte maximale Größe einer Bebauung dort reiche nach jüngsten Vorgaben des Bauträgers nicht aus. Zwar ist das Jobcenter, so eine Mitteilung auf Anfrage, noch dabei Details abzustimmen, die vom Bauträger benannte Architektin aber habe der Stadt eine Grundfläche bereits vorgegeben, so Brüggemann. Die ist deutlich größer als anfänglich geplant.

Reiner Brüggemann ist davon überzeugt, dass eine Realisierung auf der Rathauswiese sinnvoll sei. Das vorhandene Grün samt zu fällender Bäume sei nicht von erheblicher Qualität, zumindest nicht in der Abwägung gegen das Interesse an einem entsprechenden Serviceangebot in solcher Lage.

Platz finden sollen dort die bisher schon im Rathaus für das Jobcenter tätigen Mitarbeiter, deren Räume die Stadtverwaltung selbst nutzen möchte, plus weitere Serviceleistungen. Reiner Brüggemann geht davon aus, dass zusätzliche Parkplätze dafür nicht benötigt werden.

Im Planungsausschuss gab es neben Kritik von Klaus-Bernhard Kühnapfel für die Grünen auch Skepsis aus der FDP zur städtebaulichen Wirkung. Die CDU will die Pläne erst einmal prüfen.