Stadt macht Druck für Kaufhausnutzung

Kamen. Die Stadt zieht im Bemühen um eine Wiederbelebung des Hertie-hauses alle Register und auch die Gläubiger greifen zu neuen Mitteln. Für Kamen gehören dazu ein Zwangsversteigerungs- und ein weiteres Insolvenzverfahren. Hoffnung stützt sich beim städtischen Kampf darauf, dass ein Investor inzwischen ein beurkundetes Angebot abgegeben hat.

Gestern trafen sich in Frankfurt Vertreter bundesweiter Hertiestandorte mit Vertretern von Insolvenzverwaltung, Vermarkter und Deutscher Bank auf Einladung der letzteren in Frankfurt. Damit wurde der im September in Bingen eröffnete Kooperationsprozess betroffener Städte fortgesetzt. Bürgermeister Hermann Hupe nahm für die Stadt Kamen teil.

Kamen geht jetzt parallel zu fünf weiteren Standorten einen neuen Weg. Auf Anfrage bestätigte Bürgermeister Hermann Hupe Informationen unserer Zeitung, wonach ein Zwangsversteigerungsverfahren für das Kamener Haus eingeleitet ist. Zudem gibt es auf Antrag der Gläubiger ergänzend zum Insolvenzverfahren in Holland nun ein Sekundärverfahren in Deutschland nach hiesigem Recht und mit deutscher Insolvenzverwaltung. Die Stadt ist mit beiden Insolvenzverwaltungen im Gespräch.

Das Zwangsversteigerungsverfahren macht zusätzlich Druck, zumal es die Möglichkeit einer sogenannten Ausbietung gibt. Die Insolvenzverwaltung könnte mit einem Verkauf an den Ausbieter das Verfahren stoppen, wenn dessen Gebot zu gutachterlichen Bewertungen passt. Und einen solchen Bieter gibt es im Kamener Fall, er hat sein Gebot auch beurkundet abgegeben. Die Stadt steht auch mit dem in Kontakt und begrüßt seine Pläne. Planungsrecht könnte im Fall einer Lösung mit Hochdruck hergestellt werden, so Hupe.

Auch seitens des niederländischen Insolvenzverwalters gebe es gute Signale. Hupe sieht nun zwar neue Hoffnung, bleibt aber skeptisch. Wenn nicht noch schwerwiegende Rechtsmittel genutzt werden, um den Prozess auszubremsen, könnte in wenigen Monaten eine Lösung realisiert sein. Doch neue Hürden seien nicht auszuschließen.