Wünsch dir was für die Seseke

Kamen. 100 Jahre haben sich die Bürger abgewandt von der Seseke – war sie doch nur ein übel riechender offener Abwasserkanal. Seit der Renaturierung aber ist sie wieder die grün-blaue Flusslandschaft, die sie bis zum Ende des 19. Jahrhunderts war.

Und ihr Umfeld will modelliert sein, damit es attraktiv, erlebbar und ein abwechslungsreicher Natur- und Erholungsraum für die Bürger wird. Da liegt es nahe, die Kamener auch mit ins Boot zu holen, wenn es um die Vorbereitung und Entwicklung für die planerische Gestaltung am Ufer des Seseke-Bandes geht. In einer Bürgerwerkstatt konnten sie jetzt ihre Wünsche und Ideen für drei Schwerpunktbereiche in der Innenstadt einbringen. Und zwar nicht kleinteilig und einfach, sondern „visionär und mutig“, wie es Professor Hartmut Welters ausdrückt, der einen von der Stadt initiierten Wettbewerb zur Sesekeumgestaltung betreut (siehe Info-Box). Wo man auch über Grundstücksgrenzen hinweg sehen kann.

Hochstraßenabriss gefordert

Ein Appell, der einen Teilnehmer zu dem Vorschlag ermunterte, die ungeliebte Hochstraße abzureißen, große Wasserflächen an der Seseke anzulegen und den Fluss zur Energiegewinnung zu nutzen. Der Mann riet zum Bau eines Flusskraftwerks neben der Maibrücke. Das lohne sich schon bei einer Energiegewinnung ab 2 Kilowatt, erklärte er. Neben diesem abenteuerlichen Ansinnen äußerten die Bürger vorwiegend praktische Wünsche: Einige Sesekebrücken sollten erweitert und weitere Ruhebänke aufgestellt werden. Der Platz unter der Hochstraße am Stillen Weg könnte für Kultur genutzt werden oder Raum bieten für einen Skulpturenpark. Ein ausgereiftes und schriftlich fixiertes Konzept legte der Kultur Kreis Kamen vor: Er schlägt neben einem Café mit Terrasse einen Natur- und Wasserpark, einen Park der Sinne für alle Altersgruppen, einen Kräutergarten und Mehrgenerationen-Fitnessgeräte vor. Wobei man angesichts des demografischen Wandels bei der Planung vor allem die Belange älterer Menschen im Blick haben sollte.

Anlieger der Seseke im Bereich der Vinckebrücke wiederum setzen auf die „Solidarität der Visionäre“ mit den Anwohnern. Lärmbelästigungen beispielsweise durch Skateboardanlagen seien zu unterlassen, formulierte es ein Teilnehmer. Man habe schon genug zu leiden unter dem Verkehrslärm. Apropos Verkehr: Den will niemand an der Seseke. Selbst die Parkplätze an der Maibrücke wünschen sich viele weg. Statt dessen könne im Pavillon ein Kiosk betrieben werden und solle der Platz bestuhlt werden.