Zum Wahltermin ein Haufen Arbeit

Wer die Wahl hat, hat… einen Haufen Arbeit. Ende vergangener Woche hat die Stadt Kamen Einberufungen verschickt an Wahlhelfer zum 25. Mai. Es wird eine Art Großkampftag. Europaparlament, Kreistag & Landrat, Stadtrat & Bürgermeister, ganz “nebenbei” noch der Integrationsrat: All das wird am letzten Sonntag im Mai neu gewählt.
Im Rathaus selbst werden an diesem Abend rund 100 Leute im Einsatz sein, sagt Stadtsprecher Hanno Peppmeier: als Briefwahlvorstände zum Beispiel und in der Zentrale; für die Verwaltungsleute gilt denn auch Urlaubssperre. Vor allem aber müssen 40 Wahllokale besetzt werden. Wenigstens sechs Leute pro Lokal – macht 240. Doch diesmal soll aufgestockt werden, etwa in der Nordstadt, wo viele Ausländer leben, die ihre Stimme zum Integrationsrat abgeben können. Wenn möglich, sollen dann acht Wahlhelfer pro Wahllokal am Start sein.

Etwas mehr Erfrischungsgeld

Weil an diesem Wahltermin reichlich Stimmzettel auszuzählen sind, ist das so genannte Erfrischungsgeld für die Wahlhelfer höher als in Kamen üblich: 50 Euro gibt es (sonst waren es 40). Die Helfer müssen sich auf einen langen Abend einstellen. Um 18 Uhr werden die Schotten dicht gemacht. Dann geht es los – ausgezählt werden die Stimmzettel in der Reihenfolge Europaparlament – Kreistag – Landrat – Stadtrat – Bürgermeister. Allein die Stimmen zum Integrationsrat werden im Rathaus statt vor Ort in den Wahllokalen ausgezählt.

Bürgermeister als Letzter dran

Kamens Rathauschef Hermann Hupe wird also recht spät erfahren, ob seine Wiederwahl geklappt hat, ob er seine Sachen packen muss – oder ob es zur Stichwahl kommt. Stichwahl: Die ist nötig, wenn keiner der Bewerber im ersten Anlauf die absolute Mehrheit erhält. Termin: 15. Juni. Das gilt übrigens auch bei der Wahl zum Landrat: Michael Makiolla als Chef des Kreishauses stellt sich, wie Hupe, zur Wiederwahl. Im Kreis Unna sind Bürgermeisterwahlen Ende Mai zudem in Bergkamen, Werne, Schwerte und Fröndenberg.

Und wer darf wählen? Zur Kommunalwahl schon die 16-Jährigen; die Abstimmung übers Europaparlament bleibt den Volljährigen vorbehalten. Sprich: Die Wahlhelfer müssen aufpassen, nicht irgendwem den falschen Stimmzettel in die Hand zu drücken. “Wir setzen so weit wie möglich auf bewährte Kräfte”, sagt Rathaussprecher Peppmeier. Das gelte vor allem für die Schriftführer in den Wahlvorständen: Das sind in der Regel Rathausbedienstete – Menschen, die sich mit Formularen und Papierkram auskennen.

Demokratie ganz anschaulich

Dass am Ende genug Wahlhelfer verfügbar sind und nicht allzu viele absagen, da gibt sich Peppmeier optimistisch. Die Stadt sei auf Vereine und Organisationen zugegangen, die geeignete Männer und Frauen benannt hätten. Was nicht heißt, dass Neulinge nicht willkommen wären: Wer anschaulichen Unterricht in Sachen Demokratie mitnehmen will – und die 50 Euro natürlich -, ist eingeladen, sich im Rathaus zu melden. Und sollte der aktuelle Bedarf dann schon gedeckt sein: Die nächste Wahl, die kommt bestimmt.