Malibu wird nicht abgerissen

Stadt will Denkmal erhalten

Auf den ersten Blick sieht das Haus eher unattraktiv aus, und es ist vor allem eines: heruntergekommen. Tatsächlich aber ist das Fachwerkhaus Am Geist 6 unweit des Alten Marktes “eines der bedeutendsten Baudenkmäler in der Stadt”, erklärt Bürgermeister Hermann Hupe.Es stamme aus dem 17. Jahrhundert. Wann genau es gebaut worden ist, vermag die Verwaltung zwar nicht zu sagen. Aber eine gebäudehistorische Untersuchung habe ergeben, dass die Originalbausubstanz älter als 300 Jahre sei. Im Klartext: Die Stadt arbeitet konsequent auf die Erhaltung dieses Denkmals hin.

Historie und Moderne

Das tut sie aktuell mit einer “Entwicklungsstudie”, die sie gemeinsam mit dem Westfälischen Amt für Denkmalpflege entworfen hat: Die Studie zeigt ein modernes Häuserensemble mit Ladenlokalen und Wohnungen, das mit dem Baudenkmal korrespondiert und dessen Dächer das historische Dach des Fachwerkhauses aufgreifen.

Natürlich nehme man Rücksicht auf Investoreninteressen, erläuterte Bürgermeister Hermann Hupe heute in einem Pressegespräch. Gleichwohl ginge es um ein Denkmal in prominenter Lage, und da wolle die Stadt mit dem Entwurf ihren Standpunkt und ihre Erwartungen an den Investor formulieren. Die Krux: Der hält das Gebäude für abrissreif. Da es aber denkmalgeschützt ist, darf es nicht ohne Weiteres niedergerissen werden.

Seit mehr als einem Jahr, sagt Stadtplaner Uwe Liedtke, sei man mit dem Investor – ein Architekt, der die drei Häuser Am Geist im Jahr 2013 erwarb – im Gespräch. Doch sei man in Sachen Sanierung und Überplanung noch “auseinander”. Allerdings, so Liedtke, könne man an der Stelle nicht bauen, was man wolle, da es in der Umgebung der drei Häuser weitere Baudenkmäler gebe.

Klar ist, das hat die Stadt in dem heutigen Gespräch mehrmals deutlich gemacht: Der Abbruch des ehemaligen Malibu ist keine Option. “Wir werden kein Ergebnis akzeptieren, das mit unserem nicht übereinstimmt”, betont Bürgermeister Hupe.

Ein Ergebnis aber wird es vorerst ohnehin nicht geben: Der Stadt liegt weder ein Bau- noch ein Abbruchantrag vor. “Wir müssen keine Entscheidung treffen”, sagt Liedtke.