ProMensch: Ein Stapel Geschenke – und bald eine Geschäftsstelle

Bescherung im JKC

Kamen. Der Begriff "Bunter Nachmittag" strahlt ja eher eine gewisse Bräsigkeit aus. Eigentlich. Heute im Jugendkulturcafé (JKC) hat er aber mal so richtig schön gepasst. Es war Bescherung – die Initiative ProMensch Kamen hatte Kinder von Flüchtlingen eingeladen. Wie sich das gehört, stapelten sich Geschenke unterm Baum. Die Jungen und Mädchen griffen zu, schüchtern und meist erst nach Aufforderung. "Leuchtende Kinderaugen" – auch so ein verstaubter Begriff. Und auch der passte hier mal so richtig schön. Weitere Zutat der Veranstaltung: "O Tannenbaum", geschmettert von der Festgesellschaft. Und das ohne jede Textunsicherheit – dank Unterstützung via Internet auf einem Monitor. Also quasi ein bisschen Weihnachtskaraoke.

Gerade ein Vierteljahr ist vergangen seit Gründung von ProMensch – und die Resonanz sei "wahnsinnig", sagt Geschäftsführer Michel Wegmann. Für das Fest im JKC zum Beispiel kam Unterstützung von gleich zwei Lions Clubs, von Jugendlichen des Kamener Gymnasiums und von Privatleuten. Nur ein Teil der Weihnachtspäckchen wurde heute unmittelbar verteilt. Der (große) Rest geht in den nächsten Tagen an Kinder, die im Mausegatt, im früheren Haus Christophorus oder in anderen dezentralen Einrichtungen leben.

ProMensch – dahinter stehen nach den Worten von Pressesprecherin Bilitis Naujoks inzwischen wohl rund 100 Gesichter. Erst wenige Tage alt ist die Anerkennung als "e. V." – als eingetragener Verein. Damit ist ProMensch juristisch handlungsfähig. Der nächste große Schritt wird im Januar getan: In der Weststraße eröffnet ProMensch eine Geschäftsstelle, Hand in Hand mit dem Erzbistum Paderborn und dessen "Engagierten-Treff Asyl", kurz EnTrA. "Das ist für ein Jahr miettechnisch abgesichert", freut sich Michel Wegmann. Die Geschäftsstelle soll vor allem Anlaufstelle sein für Flüchtlinge. 2016 wollen Wegmann und seine Mitstreiter den Fokus auf Bildung, Ausbildung, Hospitanzen richten. Die Neuankömmlinge wollten Teil der Gesellschaft sein, eine Leistung für empfangene Hilfe anbieten. Das Bedürfnis, etwas zu tun, sei groß.

Schulen, Parteien, der städtische Integrationsrat und andere Institutionen haben ProMensch signalisiert: Was ihr da macht, ist gut. Und noch eine gute Nachricht: Der Zulauf im "Café International", bislang wöchentlich im JKC, wächst und wächst. Mehr als 100 kamen heute Vormittag. Fürs neue Jahr bahnt sich ein Wechsel in die Stadthalle an – der Rhythmus der Treffen wird sich dann aber wohl verändern.