FLVW und Stadt Kamen kooperieren bei der Integration von Flüchtlingen

FLVW und Stadt Kamen kooperieren

Fußball: Der 1. EU-Sport-Dialog im SportCentrum Kamen•Kaiserau im November letzten Jahres war der Anfang. Es war eine Mutmachkonferenz, wo nicht nur unterstrichen wurde, dass der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) Flüchtlinge willkommen heißt, sondern auch konkrete Hilfe zur Integration leisten möchte. Handlungsempfehlungen kamen auf den Tisch mit der Maßgabe, diese Angebote öffentlich zu machen und Vereinen so Hilfestellung zu geben bei der Integrationsarbeit. Dass diese gesellschaftliche Herausforderung zur Bewältigung der Flüchtlingssituation nicht allein bewältigt und nur gemeinsam gelingen kann, dass zeigten der FLVW und die Stadt Kamen, schnürten ein Maßnahmenpaket.Der Verband mit Präsident Hermann Korfmacher und Verwaltungsdirektor Carsten Jaksch-Nink an der Spitze übergaben der Stadt eine Basketballanlage, zwei Tore und Bälle für Flüchtlinge in der ehemaligen Polizeiunterkunft an der Dortmunder Allee in Kamen. Dort sind derzeit rund 150 Flüchtlinge untergebracht.

„Wir wollen die integrative Kraft des Sports nutzen“, betonte Hermann Korfmacher bei der offiziellen Übergabe der Sportgeräte an Kamens Bürgermeister Hermann Hupe. „Sie sind gedacht für eine sinnvolle und vor allem sportliche Freizeitbeschäftigung der Flüchtlinge, die während ihrer laufenden Verfahren zur Untätigkeit gezwungen sind.“ Ein Grund. Der zweite: „Wir wollen ein Signal in Westfalen an die Vereine senden, sie konkret unterstützen im Umgang mit Flüchtlingen.“ Dazu erläuterte Direktor Carsten Jaksch Nink: „Vereinsberater des LandesSportBundes und des FLVW, die auch gesellschaftliche Themen im Gepäck haben, können von den Vereinen jederzeit über den Verband angefordert werden.“ So können Vereinsdialoge angebahnt und praktische, unbürokratische Hilfe beispielsweise bei Spielberechtigungsmöglichkeiten gegeben werden. Allein 3000 Pässe sind in jüngster Zeit für Flüchtlinge ausgestellt worden.“Die Kooperation ist ein guter Baustein für gelebte Integration“, bedankte sich Bürgermeister Hermann Hupe beim FLVW und begrüßte deren Initiative. „Bei einer sportlichen Aktivität spielen Sprachbarrieren eine untergeordnete Rolle. Zudem ist der Sport in der Lage, sich ohne Vorurteile freundschaftlich begegnen zu können.“ Er wertete die FLVW-Initiative auch als ein Signal an andere Kommunen, entsprechend tätig zu werden.

Und der Verband wird sich weiter in Kamen engagieren: So hat der FLVW, konkret dessen „Tochter, die „sports for europe“ (vormals EAdS Westfalen) eine Abfrage an alle Clubs der Sesekestadt geschickt. Auf der Basis der Rückmeldungen wird es am 15. Februar eine Informationsveranstaltung im SportCentrum Kamen-Kaiserau geben. Dabei werden unter anderem rechtliche Fragen, kulturelle und gesellschaftliche Hintergründe Themen sein. Zudem wollen Stadt und Verband wissen, welche Vereine bereits in der Flüchtlingsarbeit aktiv sind, was sie machen und welche Hilfen sie gegebenenfalls benötigen.

Auch ist ein 2. EU-Sport-Dialog im März/April in der Planung, ebenso weitere Veranstaltungen, die dem Erfahrungsaustausch der Vereine dienen sollen. Einige kreative Ideen aus dem 1. EU-Dialog werden bereits umgesetzt. „Spontan fällt mir Westfalia Wickede mit dem Deutschunterricht auf dem Fußballplatz ein“, erinnert sich Hermann Korfmacher. „Solche und andere Beispiele wollen wir weiter geben“, sieht auch Carsten Jaksch-Nink viele Vorteile in dem Austausch.