Zentraler Orientierungspunkt für Geflüchtete und Helfer

Michael Wegmann, Pfarrer Meinolf Wacker und BM Hermann Hupe

Kamen. An über 60 verschiedenen Orten werden mittlerweile in der Stadt Kamen geflüchtete Menschen untergebracht. Diese zerstreute Verteilung stellte auch die ehrenamtlichen Flüchtlingshelferinnen und Helfer in der Stadt vor eine schwierige Aufgabe, denn schließlich konnten die Engagierten nicht zu jeder Zeit an allen Orten sein. Doch wo ein Wille ist, da ist bekanntlich auch ein Weg. In einem Gemeinschaftsprojekt des Vereins „Pro Mensch Kamen“ und des Engagierten Treff Asyl (EnTrA) wurde eine zentrale Anlaufstelle sowohl für Geflüchtete als auch für Helferinnen und Helfer geschaffen. Am Donnerstag luden beide Gruppen zur Eröffnung des O-Punktes in das neue Büro in der Weststraße 62 ein.

Pünktlich um halb fünf ergriffen dann Michel Wegman für den Verein „Pro Mensch“ und Pfarrer Meinolf Wacker für den EnTrA das Mikrofon, um die sehr zahlreich erschienenen Gäste zu begrüßen. „Ich wünsche uns, dass wir in ein hoffnungsvolles und tolles Jahr blicken, was die Beratung von Geflüchteten angeht“, hieß Wegman die unterschiedlichen Gäste willkommen. „Wir befinden uns an einem Ort, der Orientierung geben will“, fuhr Wacker fort und spielte damit auf den Namen der neuen Anlaufstelle an, denn der Name O-Punkt leitet sich aus dem Begriff Orientierungspunkt her. Am nächsten Dienstag nimmt dann ein gemischtes Team aus „Pro Mensch“ und EnTrA im neuen Büro die Arbeit auf. Vorerst wird das Büro auch weiterhin dienstags und donnerstags von 10.30 Uhr bis 17.30 Uhr besetzt sein und sowohl für Geflüchtete als auch für Helferinnen und Helfer eine Anlaufstelle bieten. Geplant sind neben der Beratung für geflüchtete Menschen auch Beratungsangebote für Kamener Bürger, die eine Patenschaft übernommen haben.

Für die Kosten kommt für ein Jahr der Pastoralverbund der katholischen Kirche in Kamen auf. In einer weiteren Rede appellierte Pastoralverbundleiter Bernhard Nake an die Gastfreundlichkeit der Menschen. Zudem hofft Nake, dass der O-Punkt ein „Ort des Für- und Beieinanderseins“ werden wird.

In seiner Rede dankte auch Bürgermeister Hermann Hupe den ehrenamtlichen Helfern. Mittlerweile sei man in der Stadt soweit „einen Schalter umzulegen“, von der reinen Verwaltung der Wohnungssuche zur Integration, so das Stadtoberhaupt. Weiterhin kündigte Hupe die Unterstützung der Stadt an, um den Fortbestand des O-Punktes zu garantierten, sofern der Bedarf vorhanden sei. „Dann werden wir gemeinsam einen Weg finden, dass diese Einrichtung auch weiterhin Bestand hat“, versprach Hupe.
Symbolisch für den O-Punkt wurde zuletzt ein Leuchtturm im Schaufenster enthüllt. Das Lichtsignal des Turms soll richtungsweisend für Orientierung sorgen und die Menschen zum O-Punkt führen.