Grußwort des Bürgermeisters zum Jahreswechsel

Hermann Hupe

Liebe Kamenerinnen und Kamener,

Sie haben hoffentlich besinnliche Weihnachtstage verleben können und die Zeit zum Durchatmen gefunden. In vielen persönlichen Gesprächen, die ich in der Vorweihnachtszeit geführt habe war spürbar, dass die letzten Wochen vor den Festtagen überwiegend als gefühlt stressiger empfunden wurden. Ich teile dieses Gefühl und hoffe, dass es Ihnen gelungen ist, ein wenig inne zu halten und Erlebtes bewusst zu machen. Bereits in wenigen Stunden begrüßen wir das neue Jahr und mit ihm verbinden sich in der Regel viele Wünsche, Erwartungen, Vorsätze und Ziele.

Schon traditionell möchte ich Sie zum Jahreswechsel mit einigen stadtrelevanten Themen auf das neue Jahr einstimmen. Für die Stadtentwicklung lässt sich ein durchaus positives Resümee ziehen. Viele Projekte wurden in dem zu Ende gehenden Jahr auf den Weg gebracht und werden uns im kommenden Jahr begleiten.

Im Frühjahr soll es Klarheit darüber geben, wie das neue Kombibad aussehen wird. Mit der nötigen Sorgfalt und ohne Zeitdruck wurden in den zurückliegenden Monaten Nutzerinteressen hinterfragt und abgestimmt. In einem weiteren Verfahrensschritt wurde ein von den Gemeinschaftsstadtwerken in Auftrag gegebenes Gutachten öffentlich vorgestellt, das nun als Basis für die weitere konsensuale Planungs- und Entscheidungsphase gilt. Begleitend wird die Finanzierung des ehrgeizigen Projektes in enger Abstimmung mit der GSW und den beteiligten Nachbarkommunen Bergkamen und Bönen konsortial abgestimmt. Die Standortentscheidung hingegen ist bereits gefallen. Der alte Standort wird aufgrund seiner guten Erreichbarkeit und seiner Flächenverfügbarkeit auch der Standort für das neue Bad sein.

Da wo früher Fußball gespielt wurde, wird es künftig citynahes Wohnen geben. Die Bauleitplanung für den attraktiven Seseke-Wohnpark wurde jüngst im Stadtrat beschlossen. Auf rd. 8 ha sollen nach einem ersten städtebaulichen Entwurf 100 Wohneinheiten in unmittelbarer Nähe des Seseke–Grüngürtels entstehen. Vorstellbar sind Mehrfamilien-, Doppel- und Reihen- sowie auch Einfamilienhäuser. Mit dem ersten Spatenstich wird zu Beginn des Jahres 2019 gerechnet.

Der symbolische Baustart für den Sesekepark wurde vor wenigen Wochen vollzogen. Der Bauzeitenplan sieht vor, dass im Frühjahr die Bodenmodellierungen beginnen und das Gelände entsprechend der Ausführungsplanung gestaltet wird. Die Pläne des Landschaftsarchitekten Glück, Stuttgart, beinhalten einen Uferweg, Spiel- und Sitzplätze sowie einen Zugang zur Seseke. Im Rahmen der umfangreichen Bauarbeiten wird der Lippeverband auch den Hochwasserschutz verstärken. Rd. 2 Millionen Euro werden bis zur Fertigstellung verbaut sein, wobei 80% der Kosten aus Fördermitteln gezahlt werden. Aktuell wird die Ausschreibung vorbereitet, so dass in den nächsten Wochen der Auftrag vergeben werden kann.

Eine Großbaustelle wird es auf der Hochstraße im Frühjahr geben. Die Landesstraßenbauverwaltung wird hier einen neuen Verkehrsknotenpunkt bauen, um damit den angrenzenden Wohnbereich vom Lärm zu entlasten und gleichzeitig das Gewerbegebiet an der Henry-Everling-Straße besser zu er-schließen. In diesem Gebiet zeichnet sich eine umfassende neue gewerbliche Entwicklung ab. Nach Abschluss der Arbeiten am Verkehrsknotenpunkt sollen die Fahrbahn und die Brückenbauwerke saniert werden.

Der Startschuss für das Seniorenwohnprojekt im Stadtteil Heeren-Werve ist gefallen. Die Arbeiten konzentrieren sich zunächst auf den Bau von 60 altersgerechten Wohnungen. Der Bauzeitenplan sieht eine Fertigstellung Ende des Jahres bzw. Anfang 2018 vor. Der Bau einer Pflegestation mit 60 Plätzen und ein Gesundheitshaus werden in der Folgezeit das Gebäudeensemble komplettieren. Mit der Realisierung wird den Menschen im Stadtteil Heeren-Werve die Möglichkeit eröffnet, in ihrem gewohnten Umfeld im Alter leben zu können.

Mit dem integrierten Handlungskonzept Heeren-Werve (IHK) als städtebauliches Entwicklungskonzept wird sich der Stadtteil in den kommenden Jahren nachhaltig und spürbar verändern. Nach einer in der Vergangenheit durchgeführten Online-Befragung und mehreren dokumentierten Bürgerbeteiligungen, die viele Anregungen und Vorschläge enthielten, soll auf dieser Grundlage zu Beginn des Jahres in einem weiteren Verfahrensschritt ein Wettbewerbsverfahren mit Landschaftsarchitekten und Verkehrsplanern durchgeführt werden. Noch vor den Sommerferien soll eine Fachjury die Wettbewerbsergebnisse sichten und entscheiden, wer mit der Ausführungsplanung beauftragt wird. Die Finanzierung der Gesamtmaßnahme ist gesichert. Die auf mehrere Jahre ausgelegte Realisierung aller im IHK beschriebenen Maßnahmen umfasst ca. 4,3 Millionen Euro. Das Land NRW beteiligt sich mit 3,5 Mio. Euro, so dass für die Stadt ein Eigenanteil von 800.000 Euro verbleibt.

Eine Aufwertung wird auch das Wohnquartier „Karl-Arnold-Straße/ Blumenstraße“erhalten. Im Rahmen einer wissenschaftlich durchgeführten Vor-studie des Büros planlokal, Dortmund, erhielt das Freizeitzentrum Lüner Höhe eine zentrale Bedeutung im Sozialraum des Wohngebietes Lüner Höhe. Auf dieser Grundlage ist beabsichtigt, dass Freizeitzentrum in ein Bürgerhaus umzuwandeln. Um den Anforderungen an das Haus gerecht zu werden, sind umfangreiche Umbau, Erweiterungs- und Neu-baumaßnahmen erforderlich, mit denen im Frühjahr begonnen wird. Unabhängig von den bevorsteheden Bautätigkeiten wird das Wohngebiet künftig über einen Quartiermanagers verfügen, der bereits im Januar vorgestellt wird.

Weitere Hochbaumaßnahmen betreffen das Bürgerhaus Methler und das Rathaus. So wird das Bürgerhaus Methler renoviert und mit der Erneuerung des Ratstraktes zum Bürgerratssaal begonnen.

Soweit die Projekte, die unsere Stadt in ihrer Außendarstellung verändern werden. Daneben gibt es vieles, das mit Blick auf das Bestehende und Erreichte ein Klima der Zufriedenheit in der Stadt erzeugen könnte. Ich denke in diesem Zusammenhang beispielsweise an viele Projekte und Maßnahmen, die den Alltag, insbesondere den der Familien, erleichtern. So wurde in Kooperation mit den Trägern der Kindestagesstätten eine komfortable Betreuung in den Kindergärten geschaffen, die dem Anspruch auf Vereinbarkeit von Familie und Beruf zunehmend gerecht wird. Sie soll in den kommenden Jahren weiter optimiert werden. Dies wird ebenfalls für die Betreuungssituation im Offenen Ganztag für den Primarbereich angestrebt. Von großer Bedeutung für städtisches Leben gilt seit jeher die Schul- und Sportlandschaft, die konzeptionell auch künftig stetige Optimierungen vorsieht. Neben der Stadtbücherei, die eine große Akzeptanz in der Bevölkerung besitzt und über ein vielfältiges Angebotsspektrum für jung und alt verfügt, ist die Musik- und Volkshochschule mit einem breit gefächerten Angebot ein Treffpunkt für Menschen aller Alterstufen. Das Haus der Stadtgeschichte oder auch das vielfältige Kulturangebot in den Jugendzentren sowie in der Konzertaula sind Garanten für ein intaktes und familienfreundliches Stadtklima. Dies gilt es zu pflegen und weiter zu entwickeln. Ich wünsche mir persönlich, dass möglichst viele Bürgerinnen und Bürger diesen Prozess begleiten und sich engagieren. In diesem Zusammenhang erinnere ich gern an die vielen ehrenamtliche Kräfte in unserer Stadt, die Jahr für Jahr einen wesentlichen Beitrag für unser städtisches Leben leisten.

Abschließend möchte ich mich für viele anregende, persönliche Gespräche bedanken, die ich mit Ihnen geführt habe. Ich danke allen, die sich im vergangenen Jahr auf vielfältige Weise eingebracht haben und hoffe, dass sie auch im neuen Jahr aktiv mitwirken. Mein Dank richtet sich an die Vereine, Verbände, Organisationen und Einrichtungen, die sich unermüdlich und tatkräftig für unsere Stadt engagieren. Ich danke auch allen Kamenerinnen und Kamenern, die sich der zu uns geflüchteten Menschen angenommen haben und bereit sind, diesen Menschen bei der Gestaltung ihrer neuen Lebensperspektive zu unterstützen. Dieser integrativen Arbeit gilt mein Respekt. Letztlich richtet sich mein Dank auch an die politischen Freunde in allen Parteien, die sich zum Wohl der Stadt einsetzen.

Ihnen allen wünsche ich einen gelungenen Start in das neue Jahr, Glück, Zufriedenheit und vor allem Gesundheit.

Ihr
Hermann Hupe