50 Jahre Partnerschaft: Deutsch-französisches Hin und Her

Kamen. Die Altersjubilarin erfreut sich bester Gesundheit – und sie lässt sich im nächsten Jahr anständig feiern: 50 Jahre besteht dann die Städtepartnerschaft zwischen Kamen und dem französischen Montreuil-Juigné. In Kamens Rathaus trafen sich diese Woche Politiker und Verwaltungsleute, um in die Planungen einzusteigen. So ganz nebenbei brachten sie eine Bewerbung auf den Weg: Die Hamburger Stiftung „Lebendige Stadt“ hat einen mit 15.000 Euro dotierten Preis ausgelobt für eine tiptop funktionierende Städteverbindung. Gut möglich also, dass es 2018 doppelten Grund zum Feiern gibt.

Aber – der Reihe nach. Erst mal passiert 2017 noch so allerhand. Traditionell ist Himmelfahrt das entscheidende Datum. Übers lange Feiertagswochenende im Mai empfängt die Kamener Musikschule Gäste aus Frankreich. Die bringen einen Polizisten mit, denn der möchte sich über die Arbeit seiner Kollegen im Kreis Unna schlau machen. In der zweiten Jahreshälfte fahren Jugendliche aus Kamen und Montreuil-Juigné gemeinsam zu einem Camp in der polnischen Partnerstadt Sulecin. Und eine Bürgerreise gen Frankreich gibt es auch: Geplant ist sie für die Zeit vom 23. bis 25. August, 72 Anmeldungen hat Katja Herbold im Kamener Rathaus schon, und wer sonst noch mit möchte, ruft sie am besten an – 148-2102.

Für Bürgermeister Hermann Hupe ist die Verbindung zu Montreuil-Juigné „die lebendigste Städtepartnerschaft“ Kamens. Und Mitarbeiterin Katja Herbold weiß: Das ist keine Sache zwischen Rathaus-Offiziellen, sondern eben zwischen Hunderten Bürgern. Wenn nicht, über die Jahre gesehen, von Tausenden. Manfred Wiedemann, stellvertretender Vorsitzender des Partnerschaftsausschusses, erinnert sich an die Feiern zum 40-jährigen Jubiläum: Zwölf Busse seien damals in Kamen los gerollt. Was die Franzosen 2018 – zum „50.“ – mit den Kamenern anstellen wollen, skizzierte Brigitte Dubois vom französischen Freundschaftskomitee: Eine Olympiade mit deutsch-französischen Teams sei geplant; dabei soll es aber nicht allein um sportliche Disziplinen gehen. Auch ein „Fest der Natur“ ist in Arbeit. Und das ist erst der Anfang – bis Himmelfahrt 2018 ist’s ja noch was hin.

Überhaupt – die Feierei nimmt gar kein Ende. Nächstes Jahr wird auch der 40. Geburtstag der Partnerschaft mit dem schwedischen Ängelholm gefeiert. Eine Delegation hat sich für März im Kamener Rathaus zur Vorbesprechung angesagt. Also nicht wundern, wenn Donald Trump 2018 wieder mal drüber schwadroniert, dass da in Schweden etwas Verrücktes passiert sei. Der Mann könnte, ausnahmsweise, recht haben.