Neue Kitas für mehr Betreuungsplätze in Kamen

Die Kindertagesstätte Nistkasten wird im Juli abgerissen. An gleicher Stelle entsteht ein Neubau, der dann für 75 Kinder in vier Gruppen ausgelegt ist. Christoph Volkmer für KamenWeb.de
Elke Kappen,Hermann Hupe,Wilfried Bartmann (AWO UB-Vors.), Rainer Goepfert (AWO GF),Norbert Haeser (Vorstand Bauv. zu Lünen), Claudia Engler (Architektin), Andreas Zaremba (Vorstandsvors. Bauvereins zu Lünen) präsentierten die Pläne für die neue AWO-Kita

Kamen. Der viel zitierte „demographische Wandel“ scheint um Kamen einen Bogen zu machen. „Wir haben eine stabile Geburtenrate und dementsprechend Platzbedarf“, sagte Bürgermeister Hermann Hupe jetzt bei einem Pressegespräch. Gleich an mehreren Stellen in der Stadt werden daher Kindertageseinrichtungen erweitert beziehungsweise abgerissen und an gleicher Stelle neu mit mehr Betreuungsplätzen gebaut.

Im AWO Familienzentrum Lach und Krach in Kamen-Heeren hat die Erweiterung bereits stattgefunden. Hier wurden im Sommer 2016 auf der gegenüberliegenden Seite des Haupt- hauses – im ehemaligen Schulgebäude der Käthe-Kollwitz Schule – nach Umbaumaßnahmen, zwei weitere Gruppen für Kinder bis zu drei Jahren eröffnet.

Genau in diesem Bereich ist die Sesekestadt derzeit noch etwas unterversorgt. Liegt die Betreuungsquote bei den Kindern im Alter von drei bis sechs Jahren im Kindergartenjahr 2016/17 bei über 96 Prozent, ist der Bereich mit jüngeren Kindern (U3) in Kitas und Tagespflege-Einrichtungen mit knapp 54 Prozent Versorgungsquote noch ausbaufähig.

Um eine bessere Vereinbarkeit zwischen Familie und Beruf mit neuen Betreuungsplätzen zu schaffen, hat der Jugendhilfeausschuss hat den Neubau der AWO Kindertageseinrichtung Nistkasten an der Lintgehrstraße im Rahmen eines Investorenmodells beschlossen.

Die Einrichtung feierte vor zwei Jahren ihren 40. Geburtstag und ist längst in die Jahre gekommen. Bei einer Überprüfung stellte ein Sachverständiger schon vor längerer Zeit einen Sanierungsbedarf in Höhe von über 500.000 Euro fest, wie AWO Unterbezirksvorsitzender Wilfried Bartmann beim Pressegespräch im Rathaus berichtete. Die bisherige Betriebserlaubnis der Kita ist dazu vom Landesjugendamt nur noch befristet für das laufende Kindergartenjahr erteilt worden.

Die neue Kita, die zweistöckig gebaut wird, soll ab dem 1. August 2018 am alten Standort fertig gestellt sein. Während der Bauphase, die im kommenden Mai mit vorbereitenden Arbeiten beginnt, ziehen die Kita-Kinder in die benachbarte Einrichtung Atlantis an der Ludwig-Schröder-Straße um. Ende Juni werden dazu Container aufgestellt, in denen die Ü3-Kinder betreut werden; der Abriss der alten Kita erfolgt ab Juli.
„Der Neubau benötigt sogar weniger Grundfläche als das jetzige Gebäude“, kündigte Norbert Haeser, Vorstandsmitglied des ausführenden Bauvereins zu Lünen an.

Der Bauverein investiert rund zwei Millionen Euro für das moderne Gebäude, dass – so Architektin Claudia Enger vom Architekturbüro Weiss – unter anderem über eine Kinderküche im Obergeschoss verfügen und komplett barrierefrei eingerichtet wird. Die Nutzfläche soll 820 Quadratmeter betragen und 75 Kindern in vier Gruppen Platz bieten. Gestern Abend (23. März 2017) wurden die Eltern der beiden Kindertageseinrichtungen im Rahmen einer Infoveranstaltung über die Pläne informiert.

Veränderungen stehen auch in Wasserkurl an, denn der AWO-Kita Brausepulver wird ebenfalls einem modernen Neubau am alten Standort weichen. Der Baubeginn ist aber erst im kommenden Jahr geplant, die Eröffnung im Sommer 2019. Die Einrichtung ist sogar noch älter als der Nistkasten – das Gebäude an der Wasserkurler Straße, das früher als Schule diente, existiert schon seit 1950. Auch hier kommt der Bauverein Lünen wieder zum Einsatz. „Kindergärten sind auch Bildungseinrichtungen und wir wollen auch in Zukunft eine gute Pädagogik ermöglichen“, blickte AWO Geschäftsführer Rainer Göpfert voraus.

Eine weitere Baustelle wird in Südkamen eröffnet. Hier wächst die katholische Kita St. Christophorus. Dabei wird an der Hegelstraße zunächst zum 1. August eine Gruppe für über Dreijährige in den Räumlichkeiten des benachbarten Pfarrheims eingerichtet. Später soll dann ein Anbau an die bestehende Einrichtung erfolgen. „Mit all diesen Maßnahmen sind wir dann perspektivisch gut für die Zukunft aufgestellt“, blickte der Bürgermeister voraus.