SPD: Sachliche Debatte zur Zukunft der Bäderlandschaft

Die SPD ruft alle interessierten Bürgerinnen und Bürger auf, die Bürgerversammlung zur Zukunft der Bäderlandschaft am kommenden Montag, den 13.05.2019, zu besuchen, um sich direkt vor Ort eine Meinung zu bilden und sich aktiv in den Planungsprozess einzubinden. „Anders als dies vor einigen Tagen durch andere politische Kräfte in der Stadt suggeriert wurde, ist die SPD für alle Sachargumente offen und wird diese in die Fraktionsberatungen einfließen lassen“, erklärt der Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Heeren-Werve, Martin Köhler. Im Gegensatz zu denjenigen Fraktionen im Stadtrat, die bereits jetzt offen für ein Zentralbad gemeinsam mit Bergkamen werben, gibt es bei der SPD-Fraktion noch keine endgültige Entscheidung. Die Option eines Zentralbades mit Bergkamen schließt die SPD allerdings aus.

„Es muss möglich sein, dass die zahlreichen Schwimmvereine vor Ort ein Zuhause haben, es muss möglich sein, dass Kinder zum Schulschwimmen nicht aus ihrer Stadt müssen und es muss möglich sein, in seiner Freizeit in Kamen schwimmen zu gehen“, schildert der Fraktionsvorsitzende der SPD, Daniel Heidler. Die Überlegungen für ein Zentralbad waren von der SPD verworfen worden, nachdem sie sich mit den Schwimmexperten aus Vereinen und Schulen in Kamen zusammengesetzt hatten. „Die Experten des Kamener Schul- und Schwimmsports haben deutlich gemacht, dass ihre Aktivitäten in einem Zentralbad nicht mehr möglich wären. Dieses war der Ausgangspunkt für die nun auf dem Tisch liegenden Kombibadüberlegungen“, macht Daniel Heidler deutlich, wie der Diskussionsprozess bisher gelaufen ist.

„Die SPD begegnet der Bürgerversammlung überaus offen“, erklärt der SPD-Fraktionsvorsitzende.

Den Vertretern der SPD-Fraktion ist es wichtig, dass alle den aktuellen Diskussionstand vor Augen haben. Bisher wurden zwei Optionen geprüft:
1. Ein Kombibad an der Stelle des heutigen Freibads, das die Funktionen der bisherigen Kamener Bäder an einem Standort bündelt und der Kamener Stützpunkt für Schul-, Vereins- und Freizeitschwimmen wird, oder
2. Eine Sanierung der vorhandenen Kamener Bäder, allerdings ohne den Standort Kamen-Methler, da dieser dem Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen gehört. Dieser hat andere Absichten mit dem Gelände des Bades.

Als Grundlage für eine Entscheidung stehen zwei Gutachten zur Verfügung. Eine Bäderplanung für ein Kamener Kombibad und ein Sanierungsgutachten für die Bäder in Kamen und Heeren-Werve. Dieses Gutachten zeigt auf, dass eine Sanierung wesentlich teurer würde als eine Kombibadlösung.
Klar ist aber auch, dass eine Entscheidung für ein Kombibad, welches die Kamener Bedarfe decken kann, keine Entscheidung gegen ein anderes Bad ist. „Es geht hier zunächst nicht um die Schließung eines Bades, sondern um eine Entscheidung für Sanierung oder für einen Badneubau“, stellt Martin Köhler klar.

Wichtig ist der SPD auch in Erinnerung zu rufen, wieso die Bäderdiskussion überhaupt zustande gekommen ist: Die GSW tragen die Verluste, die bei den Bädern entstehen. „Nun sind wir an einem Punkt, an dem wir uns die Frage stellen müssen, ob dies dauerhaft so gelingt oder ob wir Veränderungen einleiten müssen.“ Heidler greift diese Frage aus mehreren Gründen auf: „Zum einen haben sich die Energiemärkte verändert, was für unsere Stadtwerke in Zukunft neue Herausforderungen im Wettbewerb bedeutet, zum anderen sind unsere Bäder in die Jahre gekommen, was für die Zukunft hohe Investitionen bedeutet, wenn man sie erhalten will. Wir brauchen einen Weg, der Schul-, Vereins- und Freizeitschwimmen für alle Menschen in der Stadt Kamen möglich macht und sich den demographischen Anforderungen sowie dem geänderten Freizeitverhalten der Bürgerinnen und Bürger anpasst, aber auch finanzierbar bleibt.“
Wie man mit der Kleinschwimmhalle in Heeren-Werve in späterer Zukunft verfährt, muss nach der Entscheidung für ein Kombibad bzw. nach einer Entscheidung für eine Sanierung diskutiert werden.

Daniel Heidler
Vorsitzender