START FÜR NORDRING-SANIERUNG MIT LÄRMMINDERNDER FAHRBAHNDECKE

Kamen. Die von vielen Kamenern lang ersehnte Sanierung des Nordrings wird ab sofort in Angriff genommen.

In dieser Woche sollen die Tiefbauarbeiten beginnen. In einem ersten Schritt wird der Mischwasserkanal, später die Fahrbahn saniert, letztere erhält demnächst eine geräuschmindernde, weil feinkörnigere Asphaltdecke, nicht nur auf der 700 Meter langen Bauabschnitt auf dem Nordring, sondern auch in der Stormstraße – darüber habe man sich mit Blick auf den städtischen Lärmaktionsplan mit der zuständigen Landesbehörde Straßen.NRW verständigt. „Mit Erleichterung“, so Bürgermeisterin Elke Kappen, gehe man die Maßnahme jetzt an, denn die Beschwerden über den maroden Zustand des Nordrings häuften sich in den letzten Jahren, wofür die Verwaltung volles Verständnis habe. Über die „Flick-Phase“ sei man längst hinweg, so Kappen, es gebe wohl niemanden, der noch behaupten würde, dass eine Sanierung nicht notwendig sei, ist die Bürgermeisterin überzeugt. Es sei nicht ganz einfach gewesen, berichtet Erster Beigeordneter Dr. Uwe Liedtke, ausführende Unternehmen zu gewinnen. Von 14 interessierten Tiefbauunternehmen hätten für das Anfang April ausgeschrieben Projekt gerade einmal zwei ein Angebot abgegeben, was die Auftragslage im Baugewerbe widerspiegele. Erhalten hat den Zuschlag eine Arbeitsgemeinschaft aus der Firma Gehrken aus Dortmund und der Märkischen Tiefbau AG aus Lünen. Mit beiden Firmen habe man bereits gute Erfahrungen gemacht, erklärt Liedtke, unter anderem im Zuge der Fahrbahnsanierung auf der Unnaer Straße vor vier Jahren. Auch beim Projekt Nordring sind die Auswirkungen der Preisexplosion im Baugewerbe deutlich erkennbar: Ging das Ingenieurbüro in einer Schätzung vom Herbst noch von einem Gesamtauftragsvolumen von 4,7 Millionen Euro aus, veranschlagt das jetzt beauftragte Tiefbaukonglomerat mittlerweile Gesamtkosten von 7,1 Millionen. Einen Teil der Mehrbelastung mache die Bodenentsorgung aus, für die die Kosten in den vergangenen Monaten extrem gestiegen seien, erklärt Liedtke. Da der Nordring eine Bundesstraße ist, verteilen sich die Kosten auf das Land NRW, den Kreis Unna, die Stadt Kamen, die auch die Planung übernommen hat, sowie des Eigenbetriebs Stadtentwässerung Kamen. Für das Land, hauptsächlich für die Fahrbahnsanierung aufkommt, ergibt sich eine Steigerung von 1,8 auf 2,95 Millionen Euro. Das Land hat bereits zugestimmt, die Mehrkosten zu tragen. Für die Stadt Kamen belaufen sich die Mehrkosten für Gehwege, Radwege und Grünmaßnahmen – auch ein Baumbesatz ist streckenweise geplant – auf rund 200.000 Euro im Rahmen eines Gesamtbetrages von 1 Millionen Euro. Davon werden 60 Prozent über Fördermittel des Landes finanziert, für die der Bewilligungsbescheid schon vorliege, so Liedtke. Die Bezirksregierung Arnsberg habe bereits in Aussicht gestellt, diesen Satz auch für den Mehrkostenanteil zu übernehmen. Für die Stadtentwässerung steige der Aufwand zur Erneuerung des Mischwasserkanals von 1,9 auf 2,9 Millionen Euro, wobei die Mittel im Wirtschaftsplan des städtischen Betriebs zur Verfügung stehen. Für den Kreis, der die Erneuerung der Fahrbahndecke in der Stormstraße bis nördlich zur Autobahnunterführung übernimmt, würden sich, so die Stadt, „keine nennenswerten Auswirkungen“ ergeben. Der Anfang gemacht wird im Kreuzungsbereich zu Kämerstraße/Reckhof und Fritz-Erler-Straße. Von dort aus wird aufgrund des Kanalgefälles zunächst in Richtung Westen, bis zur Stormstraße, gearbeitet. Wenn die Arbeiten bis zur Stormstraße abgeschlossen sind, wird von der Kreuzung, an der auch das Bauschild steht, in Richtung Osten, nämlich zur Kreuzung Ostring/B233 hin „gebuddelt“. Ist der Kanal bis zum Anschlussstelle am Westring erneuert, geht es mit den Arbeiten an der neuen Fahrbahn los. Erster Beigeordneter Liedtke erhofft sich durch die Neugestaltung eine Aufhebung der optischen „Zäsur“ zwischen City und Nordstadt, die sich durch das heruntergekommene Bild des Nordrings ergebe. Der Nordring wird während der Bauarbeiten weiterhin in beide Richtungen befahrbar sein, wenn auch teilweise durch unvermeidbare Verengungen beeinträchtigt. In den Kreuzungsbereichen werden Baustellenampeln aufgestellt und die Bushaltestellen, die barrierefrei umgestaltet werden, werden, teilweise leicht versetzt, weiterhin angefahren. Die Stadt hofft auf das Verständnis der Bürger, die voraussichtlich bis Mitte August 2020 mit der Straßenbaustelle leben müssen.

Quelle: Kamenweb.de, Alex Grün