Heidler: „Entwicklung der Jugendhilfe ist sehr beunruhigend“

Kamen. Die Entwicklung der Jugendhilfe in Einrichtungen trieb einigen Mitgliedern des Haupt- und Finanzausschusses am Dienstag die Sorgenfalten auf die Stirn.

Im Wesentlichen gab es im Finanzbericht von Kämmerer Ralf Tost, wenn überhaupt, nur marginale Veränderungen zur letzten Präsentation im Mai und entsprechend wenig Überraschungen. Ein eklatanter Anstieg jedoch fällt auf den ersten Blick in die Statistik auf: Die Höhe der Transferleistungen an Jugendliche innerhalb und außerhalb von Einrichtungen ist seit Mai um insgesamt 1.767.474 Euro angestiegen. Auf die Jugendhilfe in Einrichtungen fielen in der Mai-Rechnung noch 2.251.078 Euro bei geplanten 7.650.000 Euro für das ganze Rechnungsjahr. Diese Kosten schlugen in der aktuellen Rechnung mittlerweile schon mit 3.569.837 Euro zu Buche. Bei der Jugendhilfe außerhalb von Einrichtungen musste ein Anstieg gegenüber Mai von 448.715 Euro auf 1.064.566 Euro verzeichnet werden, für die Gesamtperiode sind für diesen Bereich 2.550.000 Euro eingeplant. Insgesamt sind die Transferleistungen in die Jugendhilfe seit dem Krisenjahr 2015 bis heute rasant in die Höhe gegangen. Entfielen vor vier Jahren noch 6.409.877 Euro auf diese Kostenstelle, waren es im letzten Jahr schon 8.239.517 Euro, eine Steigerung also um 1.829.640 Euro oder knapp 30 Prozent. Ob es so weitergeht, bleibt abzuwarten – aber mit Unbehagen: „Die Entwicklung der Jugendhilfe stimmt mich nachdenklich“, sagte SPD-Fraktionschef Daniel Heidler am Dienstag im Ausschuss. Die immense Steigerung in den letzten Jahren sei „sehr beunruhigend“, so Heidler. Der größte Transferleistungsnehmer ist und bleibt aber der Kreis Unna. Die Kreisumlage ist mit berechneten 27.458.375 Euro bereits mit 11.799 Euro über der Planung.

Quelle: kamenweb.de, Alex Grün