Südkamener Spange in Sicht: Beseitigung des bahngleichen Übergangs beginnt

Baudezernent Ludwig Holzbeck und Sachgebietsleiter Jürgen Busch (r.) stellten die Pläne für die Südkamener Spange vor. Foto: Constanze Rauert – Kreis Unna

Kreis Unna. Seit fast 40 Jahren plant die Deutsche Bahn (DB) die Beseitigung des bahngleichen Übergangs an der Südkamener Straße in Kamen und der Kreis Unna im Nachgang den Bau der K 40n (Südkamener Spange). Im Frühsommer geht es endlich los mit dem mehrfach verschobenen, zwischenzeitlich auch erfolglos beklagten Bahn- und Straßenbauprojekt.

„Der Zeitplan ist ambitioniert und die Arbeiten eine Herausforderung selbst an versierte Planer, Bauherren und Baufirmen.“ Das sagt Ludwig Holzbeck, von Hause aus Dipl.-Ingenieur und als Baudezernent des Kreises mitverantwortlich für das Großprojekt.

Im Mai beginnt die Bahn nördlich der Gleise mit dem Bau der Unterführung in Form eines Trogbauwerks. Ein 40 m langer Stahlbetonrahmen wird erstellt und dann unter den Gleiskörper geschoben. Dieses Verfahren verringert die benötigten Sperrpausen. Einschränkungen im Bahnverkehr wird es dennoch geben. Im Mai sind nachts eingleisige Sperrungen vorgesehen. Weitere folgen im Oktober (390 Stunden) und Ende November (55 Stunden).

Wenn die Bahnstrecke Ende Oktober 2021 in Betrieb genommen ist, übernimmt der Kreis und baut die rund 1.300 m lange Südkamener Spange, die westlich des Buschweges in dem insgesamt fast 300 m langen Trogbauwerk verschwindet und in Nähe der Westicker Straße wieder auftaucht.

Gestartet wird an der Dortmunder Allee (L663). Dort entsteht ein Kreisverkehr inklusive Anbindung des nördlich gelegenen Gewerbegebietes. Ein Geh-/Fußweg wird an der Südseite angelegt. Im Trog verläuft der dann seitlich oberhalb der Fahrbahn.

Vorgesehen sind auch zwei Ampelanlagen: eine westlich der Dortmunder Allee in Höhe eines Wirtschaftsweges, die zweite in Höhe Buschweg. Münden wird die Südkamener Spange in einem zweiten Kreisverkehr an der Westicker Straße. Nördlich dieser Straße baut der Kreis noch eine Brücke für Fußgänger und Radfahrer und schafft so die Verknüpfung zum Körne-Radweg.

Der bei den Arbeiten für die Unterführung bzw. den Trogbau anfallende Bodenaushub wird übrigens für Lärmschutzwälle verwendet, die der Kreis freiwillig zwischen Dortmunder Allee und dem Abtauchen der Straße westlich des Buschwegs anlegt.

Im Sommer 2023 soll der bahngleiche Bahnübergang an der Südkamener Straße dann beseitigt werden.

Kosten wird das Vorhaben insgesamt 33,9 Millionen Euro. DB Netz AG und Bund beteiligen sich jeweils mit 5,5 Millionen Euro. Nach Abzug der Landeszuwendungen (14,9 Millionen Euro) bleibt für den Kreis ein Eigenanteil von acht Millionen Euro. PK | PKU

Quelle: kamenweb.de