GROSSVERANSTALTUNGEN BIS ENDE OKTOBER WEITGEHEND VERBOTE

Kamen/Berlin. Bundeskanzlerin Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder haben sich in Berlin geeinigt: Bis Ende Oktober bleiben Großveranstaltungen weitestgehend verboten. Davon betroffen sind unter anderem Konzerte, Festivals, Comedy-Events und ähnliche Veranstaltungen.

Das bereits bis Ende August bestehende Veranstaltungsverbot wird also bis mindestens Ende Oktober verlängert, weitere Verlängerung nicht ausgeschlossen. Damit zeigt Corona wieder einmal, welche enormen Auswirkungen das Virus auch längerfristig auf das öffentliche Leben hat. Während in NRW seit dem 15.06. größere private Veranstaltungen mit bis zu 100 Personen inzwischen wieder erlaubt sind (wir berichteten), bleibt es bis in den Herbst hinein bei dem grundsätzlichen Verbot von kommerziellen Großveranstaltungen.

Von diesem grundsätzlichen Verbot sind aber Ausnahmen möglich. Aufgrund der Landesgesetzgebungskompetenz in diesem Bereich obliegt es den Bundesländern selbst, die Möglichkeit der Ausnahmegenehmigung zu konkretisieren. Bund und Länder haben sich auf eine gemeinsame Linie verabredet. Demnach kommt eine Zulassung einer Großveranstaltung nur unter folgenden Voraussetzungen in Betracht: Die allgemein geltenden Abstands- und Hygienevorschriften müssen eingehalten werden und alle Besucher müssen ihre Personendaten einschließlich Adresse zwecks etwaig notwendiger Nachverfolgung angegeben haben. Wie und ob dies bei Massenveranstaltungen wie z.B. großen Konzerten möglich sein soll, ist fraglich. Aus der Branche ist jedoch zu hören, dass man sich Veranstaltungen unter Einhaltung dieser Regelungen durchaus vorstellen könne und Corona-konforme Ausnahmegenehmigungen anstrebe. Die Kölner „Lanxess Arena“ etwa stellte ein „ARENA NOW!“-Konzept vor. Demnach seien Corona-konforme Veranstaltungen prinzipiell möglich. In die Arena, die unter gewöhnlichen Umständen bis zu 20.000 Plätze bietet, sollen demnach maximal 896 Besucher dürfen. Plexiglas-Boxen schirmen die Besucher untereinander ab. Sie sind hüfthoch, nach vorne offen und bieten Platz für bis zu vier Personen. Erstmals eingesetzt wird dieses neue Konzept bereits am Samstag (20.06.). Sänger Wincent Weiss tritt dann in Köln auf. Für die Zeit ab Juli hofft Arena-Chef Stefan Löcher auf mehr Besucher, bis zu 2.700 seien dann denkbar. Derweil werden andere Großevents aber bereits abgesagt oder verschoben: Die „1LIVE Comedy-Nacht XXL 2020“ etwa, die am 24.10. in Köln und am 22.10. in Oberhausen stattfinden sollte, wurde bereits auf den 05.05.2021 (Köln) bzw. den 08.05.2021 (Oberhausen) verschoben.

Auch in unserer Stadt Kamen fänden im weiteren Verlauf des Jahres reguläre Großveranstaltungen statt. Zu denken ist etwa an die vielen Kirmessen, das Brunnenfest oder den Hansemarkt. Wie lokale Medien am Donnerstag (18.06.) berichtetet hatten, habe die Stadt Kamen bereits den Hansemarkt abgesagt. KamenWeb.de erfuhr jedoch aus informierten Kreisen, dass dies bislang noch nicht feststeht. Zunächst würden weitere Informationen des Landes NRW abgewartet. Somit heißt es weiter abwarten, wie sich die neuesten Beschlüsse zu Großveranstaltungen auf die Kamener Veranstaltungen im Laufe des Jahres auswirken.

Es dürfte außerdem zu erwarten sein, dass je nach weiterem Verlauf die Regelungen auch für Großveranstaltungen weiter gelockert oder verschärft werden.

Archiv: Antenne Unna-Altstadtparty 2020 fällt aus

Quelle: Kamenweb.de, Julian Eckert