PRO MENSCH: NEUER VORSTAND UND EINIGE AKTIONEN TROTZ CORONA

Brigitte Langer (l.) und Bilitis Naujoks wurden zusammen mit Daniela Tietz als neuer Vorstand des Vereins Pro Mensch gewählt. Foto: Alex Grün für KamenWeb.de

Kamen. Der Flüchtlingshilfeverein Pro Mensch hat seinen Vorstand neu gewählt.

Erste und Zweite Vorsitzende bleiben Bilits Naujoks beziehungsweise Brigitte Langer. Neu in den Vorstand gewählt wurde Daniela Tietz, die zuvor als Koordinatorin aktiv war und die jetzt Johannes Neute in der Funktion des Kassierers ablöst. Der Verein zählt mittlerweile 111 Mitglieder, zehn davon seien erst im letzten halben Jahr dazugekommen, berichtet Bilitis Naujoks. Offiziell gegründet wurde der Verein im Januar 2016, die ersten Treffen fanden aber bereits im September 2015 statt, noch bevor die ersten Flüchtlinge Kamen erreichten. Insofern kann der Verein, der aktuell über 50 aktive Mitglieder verfügt, die etwa zur Hälfte aus den Reihen der Flüchtlingsszene selbst stammen, auf erfolgreiche fünf Jahre zurückblicken.

Auch im Integrationsrat der Stadt Kamen sitze mittlerweile ein Pro Mensch-Mitglied, wie der neue Vorstand stolz berichtet. Im Laufe der letzten fünf Jahre habe der Verein nach eigener Schätzung mehr als 1000 Geflüchtete betreut, aktuell seien es rund 200, die regelmäßig Rat in allen praktischen Lebensbereichen suchten, vom Bewerbungsschreiben bis hin zur Patenschaft für die Betreuung nachgezogener Familien. Pro Mensch werde zu rund 75 Prozent aus Landesmitteln und zu 25 Prozent aus Spendengeldern finanziert, erläutert Vorsitzende Naujoks. Der Vorstand schaut auch auf eine große Zahl von Aktivitäten zurück, die seit den Anfangstagen stattgefunden haben. Angefangen hat alles mit der klassischen Integrationsarbeit in Form der Vermittlung an Aufnahmefamilien oder Arbeitgeber oder der Einrichtung von Treffpunkten wie dem Café International, dem Social Kiosk oder Projekten wie dem „Internationalen Kochen“. Viele der Aktivitäten, darunter auch zahlreiche Workshops, können derzeit aufgrund der Coronakrise nicht stattfinden. Deshalb ist der Verein froh, auch über die Basishilfe hinaus Angebote machen zu können. Im letzten Jahr etwa wurde ein Medienprojekt über die Situation in Moria gestartet, an dem drei Jugendliche teilnehmen. 3000 Euro konnten dafür aus dem städtischen Bürgerhaushalt locker gemacht werden. Das Ergebnis des Projektes, das von zwei professionellen Medienpädagogen begleitet wird, soll im kommenden Monat veröffentlicht werden, dazu soll es ein Dokumentarbuch über das Projekt geben. In Buchform erschienen ist auch das letzte große Vorhaben, das abgeschlossen wurde: Der Bildband „Das erste Mal, als ich das Meer sah“, das in einer Auflage von 170 Stück erschienen ist, von denen bereits mehr als die Hälfte gegen Spenden verteilt wurde.

Außerdem hat Pro Mensch eine eigene Logo-Kollektion erstellt, in der T-Shirts, Taschen, Jacken oder Tassen auf Bestellung erhältlich sind. Auch in Corona-Zeiten will Pro Mensch mit seiner Arbeit, so gut es geht, weitermachen. Der Social Kiosk im Vereinsheim in der Schulstraße wird mit Stehtischen vor der Tür ausgestattet, um zu dem Öffnungszeiten, sonntags zwischen 11 und 13 Uhr, zu viel Publikumsverkehr im Innenbereich zu vermeiden. Aktuell: Ein gemeinsames Projekt mit der Verbraucherzentrale unter dem Titel „Klima schmeckt!“. Umweltberaterin Jutta Eickelpasch erklärt vom 22. Oktober bis zum 3. Dezember, immer donnerstags von 17 bis 19 Uhr, im Pro Mensch-Treff, wie man durch gezielte saison- und regionalbezogene Ernährung die Umwelt schonen kann. Zur Seite steht ihr dabei Pro Mensch-Mitglied Najah Issa.

Quelle: kamenweb.de, Alex Grün