KAMPAGNE „KAMEN BEWEGT!“ VOM SCHUL- UND SPORTAUSSCHUSS EINSTIMMIG BESCHLOSSEN

Vorgestellt wurde die Kampagne "Kamen bewegt!" der Öffentlichkeit in der letzten Woche erstmals von Bürgermeisterin Elke Kappen sowie von (v.l.) Johannes Gibbels (Fachbereichsleiter Familie, Jugend, Schule und Sport, Stadt Kamen), Markus Steinhoff (Mitarbeiter Bereich Schule und Sport, Stadt Kamen), Martin Kusber (Vorsitzender Stadtsportverband Kamen e.V.) und Peter Westermann (Vorsitzender VfL Kamen). Foto: Archiv

Kamen. „Kamen bewegt!“ – gleich in doppelter Hinsicht bestimmte dieser Slogan sozusagen die einstimmigen Entscheidungen des Schul- und Sportausschusses am Mittwoch: Bewegen sollen sich Kamener Kinder und Jugendliche sowohl körperlich als räumlich.

Mit dem neuen Schülerticket will der Schul- und Sportausschuss Kinder und Jugendliche auf Rädern mobil machen, mit der ebenso einstimmig beschlossenen Sport-Kampagne „Kamen bewegt“ auch zu Fuß. Mangelnde Fitness, Gewichtszunahme, psychische Störungen und Erkrankungen, Konzentrationsschwäche, Motivationsprobleme und die damit einhergehenden Auswirkungen auf die Entwicklung: die Corona-Pandemie und die damit einhergehende fehlende sportliche Betätigung haben erhebliche Folgen für Kinder und Jugendliche. Stadt und Vereine wollen dieser Entwicklung mit dem Programm „Kamen bewegt!“ entgegenwirken (wir berichteten). Insgesamt 60.000 Euro setzen Verwaltung und Stadtsportverband für die Aussetzung von Mitgliedsbeiträgen für Kinder und Jugendliche bis 17 Jahren von September diesen Jahres bis Ende 2022 ein. Bis dahin brauchen sich also weder Eltern noch Kinder um ihre Mitgliedsbeiträge Sorgen machen, egal für welchen Verein, egal für welche Sportart.

Die in der Corona-Zwangspause bezahlten Beiträge hätten wegen der Gemeinnützigkeitsregeln aus juristischen Gründen nicht zurückgezahlt werden können, erklärt Stadtsportverbandsvorsitzender Martin Kusber. Daher sei es jetzt besonders schön, für alle ein kostenloses Angebot machen zu können. Das kann mit Blick auf die Mitgliederentwicklung hilfreich sein. Es habe zwar nicht so viele Abmeldungen gegeben wie zunächst befürchtet, aber dafür auch keine Neuanmeldungen, erklärt Kusber. Denn zeitweise wusste ja niemand, ob überhaupt trainiert werden durfte oder nicht. Die Übernahme der Jahresmitgliedschaft soll für alle Kamener Kinder und Jugendlichen gelten, Bedürftigkeit spiele dabei keine Rolle, versichert Bürgermeisterin Elke Kappen. Sie müssen sich nur zwischen dem 1. September und 31. Dezember 2021 anmelden. Und: „Sollte es jetzt tatsächlich einen derartigen Boom auf die Vereine geben, dass wir ihn mit den zur Verfügung gestellten Mittel nicht abdecken können, werden wir das finanziell auf andere Art lösen“, so Kappen, womit sie in erster Linie Sponsoren aus der heimischen Wirtschaft meint.

Ab Herbst solle auch mit entsprechendem Infomaterial und Aktionen bei Eltern und Kindern die Werbetrommel für die Kampagne gerührt werden. Letzteres brauchte die Verwaltung bei den Mitgliedern des Schul- und Sportausschusses wahrlich nicht. Diese waren vorm Zug von dem Projekt überzeugt – was wohl nicht zuletzt an einer geheim gehaltenen Abstimmung zwischen Ratsmehrheit und Stadtsportverband lag, die sich zunächst einmal gemeinsam über die Machbarkeit des Projekts klar werden wollten, bevor damit an die Öffentlichkeit gegangen wurde. Bündnisgrünen-Vorsitzende Anke Dörlemann störte sich an dieser Nebensächlichkeit nur wenig, statt dessen schloss sie sich der Meinung von SPD-Fraktionschef Daniel Heidler an, der die Aktion als „gewinnbringend und zielführend“ bezeichnete. CDU-Fraktionsvize Ralf Langner sah es genauso. Über die Finanzierung der Mitgliedsbeiträge hinaus sollen die Vereine zur Mitgliederpflege und zur Förderung des ehrenamtlichen Engagements einen Sockelbetrag von 500 Euro sowie pro 100 Mitglieder jeweils weitere 100 Euro erhalten. Damit sollen in erster Linie die Menschen, die den jeweiligen Verein mit ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit über die Krise hinweg die Stange hielten, entschädigt werden. Denn: „Wir wollen nicht nur Kinder und Jugendliche unterstützen, sondern ehrenamtliche Kräfte insgesamt“, erklärt Kusber. Es gebe den Vereinen die Möglichkeit, Dankeschön zu sagen – etwa den Übungsleitern, die auf eingeplante Einnahmen verzichten mussten. Überhaupt solle, so Kusbers, bezogen auf die Nachwuchs-Frage „Was kommt von unten?“, verstärkt auch Augenmerk auf die Frage gelegt werden: „Was kommt von oben?“ – sprich: wo kommen die Vorstandsmitglieder her? Auch vor diesem Hintergrund sei die Kampagne eine sinnvolle Maßnahme, um dem Ehrenamt insgesamt ein Zeichen der Wertschätzung zu setzen, so Kusber. Die Ratsmehrheit und damit der Startschuss für „Kamen bewegt!“ dürften dem Projekt nach dem eindeutigen Signal aus dem Ausschuss sicher sein.

Quelle: kamenweb.de, Alex Grün